Das Informations-Netzwerk acTVism Munich interviewte den Menschenrechts-Aktivisten Golden Misabiko, der 2009 eine geheime Vereinbarung zwischen der kongolesischen Regierung und dem französischen Nuklearkonzern Areva aufdeckte. Die Vereinbarung erlaubte Areva im gesamten Kongo Uran abzubauen. Misabiko wurde verhaftet und nur aufgrund internationalen Drucks freigelassen. Er lebt seit 2009 im Exil.

© acTVism Munich Golden Misabiko
Golden Misabiko ist der Präsident der Menschenrechtsorganisation Association Africaine de Defense des Droits de l'Homme. Im Jahr 2000 enthüllte er, dass die kongolesische Regierung unter Laurent-Désiré Kabila acht Rebellen ohne Gerichtsverhandlung hinrichten ließ. Als Konsequenz wurde Misabiko fast ein Jahr lang inhaftiert und gefoltert.
Golden Misabiko war nicht klein zu kriegen: 2009 veröffentlichte er einen Bericht, der die Verwicklung der kongolesischen Regierung in den illegalen Abbau von Uran offenlegte.
Er deckte zudem auf, dass die Regierung ein geheimes Abkommen mit dem französischen Energiekonzern Areva getroffen hatte, welches Areva erlaubte im Kongo nach Uran zu suchen und es abzubauen. Erneut wurde er verhaftet und gefoltert.
Dank Amnesty International und internationaler Unterstützung wurde Misabiko im August 2009 freigelassen, musste Südafrika jedoch verlassen. Für seine bemerkenswerten Handlungen wurde Golden Misabiko Ende 2014 mit dem Nuclear Free Future Award ausgezeichnet. Er lebt nach wie vor im Exil, seine Frau und Kinder dürfen das Land nicht mit ihrem Vater bzw. Ehemann verlassen.
Die Kurzversion des Interviews liegt nun in deutscher Übersetzung vor:
Quelle:
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Kommentar: Ein weiterer Fall davon, wie die Verbrecher in den Regierungen sitzen und über dem Gesetz stehen, doch anstatt dass sie zur Rechenschaft gezogen werden, werden diejenigen bestraft, die ihre Taten ans Licht bringen. Auf der anderen Seite stellt sich natürlich die Frage, inwieweit Whistleblower bewusst an die Öffentlichkeit gelassen werden, so dass in der Bevölkerung der Eindruck entsteht, dass es noch Gerechtigkeit gebe. Hier ein Zitat von einem Sott Fokus Artikel über Edward Snowden:
Warum es keine wahren Whistleblower mehr geben kann
Dieser Skandal um die NSA, Whistleblower und die Regierungsspionage ist für viele schwer verdaulich. Auf der einen Seite bin ich auch ein Idealist. Ich würde gerne glauben, dass ein einzelner Whistleblower die Achse von NSA/CIA/Mossad übers Ohr hauen kann. Aber ich weiß, dass es so etwas nicht geben kann. Die Menschen finden es sehr schwierig zu akzeptieren, dass diese Welt mittlerweile so erbarmungslos korrupt ist, dass das wahre Ausmaß dieser Korruptheit nicht durch Whistleblowing aufgedeckt und gestürzt werden kann.
Entweder spielt Edward Snowden bewusst seinen Part in einer wohl durchdachten Psy-Op [Psychologische Kriegsführung - AdÜ] der Geheimdienste um das, was wirklich vor sich geht zu verschleiern, oder ihm wurde unwissentlich von seinen Dienstherren eine Falle gestellt, dies zu tun. (Letzteres ist wahrscheinlicher.) Man kann diese Leute nicht übers Ohr hauen. Sie wissen alles und können alles zurückverfolgen. Das konnten sie bereits schon vor Jahrzehnten. Und sie erlauben nur solche Dinge an die Öffentlichkeit, die sie vorher abgesegnet haben.
Sie wollten einfach, dass die Welt alles über PRISM erfährt. Das funktioniert wie eine Art Aderlass, um die Öffentlickeit glauben zu machen, dass sie immer noch etwas Mitsprache darin haben, wie diese Sache, die wir das Leben auf der Erde nennen, gestaltet wird - während tatsächlich das genaue Gegenteil der Fall ist. Sie erschaffen den Leak, lehnen sich zurück und schauen sich die Empörung an. Dann wird ein Regierungskomitee gebildet um die Angelegenheit zu untersuchen. Dieses Komitee (das voll von Strohmännern ist, um sicherzustellen, dass nichts Wesentliches dabei herauskommt) braucht dann ein Jahr, um seine Aufgabe zu erfüllen - eine Zeitspanne während derer die meisten Leute vergessen haben, worum sich der ganze Trubel überhaupt gedreht hat. Das Komitee schlußfolgert dann, dass es gewisse Unregelmäßigkeiten gegeben hat, die mit einer symbolischen Gesetzgebung wieder in Ordnung gebracht werden.
In der Zwischenzeit ist hinter den Kulissen alles ungehindert so weitergelaufen wie vorher, und hat sich in der Tat sogar noch verschlimmert. Und nur sehr wenige bemerken das oder kümmern sich überhaupt darum.
Kommentar: Ein weiterer Fall davon, wie die Verbrecher in den Regierungen sitzen und über dem Gesetz stehen, doch anstatt dass sie zur Rechenschaft gezogen werden, werden diejenigen bestraft, die ihre Taten ans Licht bringen. Auf der anderen Seite stellt sich natürlich die Frage, inwieweit Whistleblower bewusst an die Öffentlichkeit gelassen werden, so dass in der Bevölkerung der Eindruck entsteht, dass es noch Gerechtigkeit gebe. Hier ein Zitat von einem Sott Fokus Artikel über Edward Snowden: