Die Erklärungen der Präsidentschaftskandidatin der Demokraten, Hillary Clinton, über einen möglichen Neustart der Beziehungen zu Russland können laut von RIA Novosti befragten Experten sowohl für einen Stimmungswechsel bei der politischen US-Elite sprechen als auch einen taktischen Schachzug im Wahlkampf darstellen.

Hillary Clinton
© REUTERS/ Joshua Roberts
Clinton gab am Sonntag in einer TV-Debatte der demokratischen Präsidentschaftsbewerber Erklärungen ab. „Das hängt davon ab, was ich davon kriege“, antwortete Clinton auf die Frage über einen möglichen „Neustart“ der Beziehungen zu Moskau, wie dies 2009 der Fall war.

Die Präsidentschaftskandidatin verstehe, dass sie es im Falle ihres Sieges im Wahlkampf jedenfalls mit Russland zu tun haben wird, so der russische Auslandsexperte Fjodor Lukjanow.

Clinton hat weder für Russland noch für den russischen Präsidenten Sympathie.


Kommentar: In der Tat!


Gleichzeitig ist sie eine erfahrene Politikerin, die gut versteht, dass die Wahlkampagne zu Ende gehen wird, und wenn sie zur Präsidentin gewählt wird, wird sie mit dem echten Leben konfrontiert“, sagte der Experte.

„Ob ihr das gefällt oder nicht, wird sie im realen Leben mit Russland umgehen müssen“, unterstrich Lukjanow.

Dem Experten zufolge kann man in den nächsten Monaten neue Erklärungen zu Russland von Clinton erwarten, die sich auf die Mobilisierung von möglichst vielen Wählern richten. „Ich bin der Ansicht, dass Clinton während ihrer Wahlkampagne eine Vielzahl von Erklärungen machen wird, um sowohl diejenigen, die Russland kleinkriegen wollen, als auch diejenigen, die Berührungspunkte finden wollen, auf ihre Seite zu bringen“, schloss Lukjanow.

Laut dem Experten des russischen USA- und Kanada-Institutes, Wladimir Batjuk, kann die Erwähnung eines neuen „Neustarts“ von einem Stimmungswechsel in US-Regierungskreisen zeugen, für den auch einige weitere Zeichen sprechen.

„Hierzu zählen auch die Erklärungen des US-Außenministeriums über die mögliche Aufhebung der gegen Russland verhängten Sanktionen in der nächsten Zukunft und eine offensichtliche Milderung des Tons der Obama-Administration gegenüber Moskau in der letzten Zeit“, so Batjuk.
Aus Sicht des Experten kommt die Russophobie in den politischen Kreisen der USA langsam aus der Mode.