Dass Präriewühlmäuse extrem treue Tiere sind, war bereits bekannt. Jetzt haben US-Forscher noch eine weitere Eigenschaft nachgewiesen: Die Nager sind besonders empathisch - und das könnte auch Auswirkungen für den Menschen haben.
präriewühlmaus
Wenn ein nahestehender Artgenosse gestresst ist, zeigen zahlreiche Tiere Mitgefühl: Hunde gehören dazu, Delfine auch, Elefanten ebenso. Die Liste muss nun um eine weitere Tierart ergänzt werden - um Präriewühlmäuse. Die Nager zeigen ein ganz ähnliches Empathie-Verhalten, wie es in einer am Donnerstag vom US-Wissenschaftsmagazin Science veröffentlichten Studie heißt.

Forscher des Yerkes National Primate Research Centers der Emory Universität im US-Bundesstaat Georgia hatten dafür zusammenlebende Präriewühlmäuse getrennt und einer von ihnen leichte Elektroschocks verpasst. Danach brachten sie die Tiere wieder zusammen. Sofort habe der zurückgelassene Nager mit der Fellpflege bei seinem Artgenossen begonnen.

Dies sei nicht nur sofort erfolgt, sondern habe auch länger gedauert als die übliche Fellpflege bei Tieren, die getrennt waren, aber keinen Stress erlitten hätten, sagten die Forscher. Präriewühlmäuse, die sich nicht gekannt hätten, zeigten demnach kein Mitgefühl. In weiteren Tests blockierten die Wissenschaftler das Bindungshormon Oxytocin bei Tieren, die sich kannten. Sie setzten zwar die normale Fellpflege fort, trösteten sich dann aber nicht mehr ausgiebig.

aar/AFP