Hunderttausende Menschen haben sich am Freitag in Tschetscheniens Hauptstadt Grosny eingefunden, um Solidarität mit Republikchef Ramsan Kadyrow zu bekunden und auch die Politik von Russlands Staatsoberhaupt Wladimir Putin zu unterstützen.
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© Sputnik/ Said Tsarnaev
Nach Behördenangaben kamen 800.000 Menschen zu der Demo. Medien zählten sogar eine Million Teilnehmer - glaubt man diesen Einschätzungen, so waren gut zwei Drittel der gesamten Bevölkerung der Kaukasus-Republik da. Laut den amtlichen Statistiken vom Dezember 2015 leben in Tschetschenien knapp 1,4 Millionen Menschen, davon 284.000 in der Hauptstadt Grosny.

Das Fernsehen zeigte Demonstranten am überfüllten Hauptplatz von Grosny und große Menschenmassen auf anliegenden Straßen.

Anlass für die Mega-Demo war die scharfe Kritik an Kadyrow aus der liberalen Szene. Der 39-Jährige Republikchef hatte zuvor die außerparlamentarische Opposition als „Verräter“ und „Saboteure“ bezeichnet, weil diese aus seiner Sicht aus der aktuellen Wirtschaftskrise in Russland Profite ziehen wollen. Diese Äußerungen sorgten bei Bürgerrechtlern für Unmut. Einige forderten sogar eine Absetzung Kadyrows.

Daraufhin riefen gesellschaftliche Organisationen zu einer Solidaritäts-Demo für Kadyrow auf. Recht viele Menschen folgten dem Appel. Laut Medien stammten bis zu 10.000 Demonstranten aus dem benachbarten Dagestan und anderen russischen Regionen. Die Teilnehmer skandierten „Ramsan! Ramsan“, hielten tschetschenische und russische Flaggen hoch. „Wir sind für Russland!“ und „In der Einheit ist unsere Stärke!“ stand auf Transparenten.

„Wir sind gegen diejenigen, die unser Land durch den Schlamm ziehen, zu Sanktionen gegen Russland aufrufen und die Situation zu destabilisieren versuchen“, sagte der Chef des tschetschenischen Gewerkschaftsbundes Hussain Sultagerejew. „Wir sind für eine stabile Entwicklung unseres ganzen Landes und der Tschetschenischen Republik. Wir drücken dem russischen Präsidenten Wladimir Putin und Republikchef Ramsan Kadyrow unsere Unterstützung aus.

Rund 5000 Sicherheitskräfte sorgten während der großen Kundgebung für Sicherheit, wie ein Polizeisprecher der Nachrichtenagentur RIA Novosti mitteilte. Nach seinen Worten ging die Kundgebung ohne Vorkommnisse zu Ende.