
Bei Typ-1-Diabetes-Patienten wurden die Insulin produzierenden Betazellen in den Langerhansschen Inseln der Bauchspeicheldrüse durch einen Autoimmunprozess vollständig zerstört. „Warum sich aber das Immunsystem gegen den eigenen Körper richtet, ist bisher nicht bekannt“, so das Deutsche Zentrum für Diabetesforschung.
Um diese Insulin produzierende Zellen zu schaffen, hatten die Forscher die Mäuse zuvor mit einem Material mit menschlichen Zellen aus der Bauchspeicheldrüse versehen und dabei embryonale Stammzellen genutzt. Nachdem die Zellen bei den Mäusen injiziert wurden, begannen sie sofort mit der Insulinproduktion, je nachdem, wie der Blutzuckerspiegel aussah.
„Das ist ein großartiger erster Schritt hin zu einer klinisch relevanten, zellbasierten Therapie für Typ-I-Diabetes“, zitiert das MIT Cherie Stabler von der Universität in Florida. Ziel sei es, dass Typ-1-Diabetes-Patienten vielleicht nur mehr alle paar Jahre in eine Klinik kommen müssen, um sich wieder diese Art der Stammzellen spritzen zu lassen. Für Daniel Anderson, einen der Co-Autoren, haben die bisherigen Ergebnisse „das Potential, Diabetiker mit einer neuen Bauchspeicheldrüse zu versorgen“. Diese würde es ihnen erlauben, ihren Blutzuckerspiegel ohne die Einnahme von Medikamenten zu regulieren.
Doch nicht nur in den USA wird an einer möglichen Heilung von Diabetes gearbeitet. Auch in Deutschland gibt es entsprechende Forschungen. Wissenschaftler der Chirurgischen Universitätsklinik und Poliklinik in Würzburg arbeiten dafür mit Insulin produzierenden Zellen aus Bauchspeicheldrüsen von Schweinen. Finanziert wird die Forschung vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF). Der Vorteil: Das von den Schweinezellen produzierte Insulin unterscheidet sich lediglich in den Aminosäuren von dem menschlichen Insulin.
Eine Mikrokapsel, die die Schweinezellen umgibt, schützt diese vor dem Immunsystem des Patienten. Sie ist so für die Abwehrzellen sichtbar und wird entsprechend nicht angegriffen. Für die Kapseln verwendeten die Wissenschaftler Alginat aus braunen Meeresalgen. Dieses löst keine Entzündungsreaktionen aus, lässt die für die Zellen notwendigen Nährstoffe durch und verhindert gleichzeitig das Eintreten von Antikörpern.
Das Ergebnis: Nach 24 Stunden normalisierte sich der Blutzuckerspiegel der Tiere. Bei einem Drittel blieb der Blutzuckerspiegel auch über einen längeren Zeitraum nach der Transplantation konstant, teilweise bis zu 502 Tage. Allerdings: „Die im Tierversuch erreichten Funktionszeiten der transplantierten, verkapselten Inselzellen sind noch zu kurz“, sagt Karin Ulrichs von der Uniklinik. „Erst wenn wir Zeiten von fünf Jahren erreicht haben, ist an einen klinischen Einsatz beim Menschen zu denken.



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