Seit den 1880er-Jahren haben westliche Geologen die unbewiesene Behauptung vorgebracht, Erdöl und Erdgas - Kohlenwasserstoffe - seien auf der Erde ein knappes Gut. Der Gedanke, neue Vorkommen ließen sich kaum finden und erschließen, scheint in Verbindung mit der Vorstellung der Erschöpfung bereits erschlossener Erdölfelder auf den ersten Blick durchaus empirisch belegbar zu sein, zumal immer wieder Berichte über die Austrocknung von Erdölfeldern auftauchen. Immerhin handele es sich bei Erdöl, so argumentieren die westlichen Geologen, um einen fossilen Brennstoff, der aus organischem Material - wie Dinosaurier-Überresten, Blätter und Algen - entstanden sei.
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Und die Vorkommen dieses vor etwa 230 Millionen Jahren entstandenen biologischen
Detritus sind sicherlich begrenzt.
Aber diese Theorie der unabwendbaren Erdölknappheit erweist sich als falsch - denn in Wirklichkeit ist das Gegenteil richtig. Das sind sehr gute Nachrichten, oder sollten es zumindest sein, denn es bedeutet, dass die Ursache für mehr als ein Jahrhundert der Kriege und der Auseinandersetzungen um das vermeintlich knappe Erdöl entfällt.
Eine Gruppe ausgesuchter russischer und ukrainischer Wissenschaftler aus unterschiedlichen Bereichen (damals handelte es sich noch um die Sowjetunion) wurden Anfang der 1950er-Jahre von Stalin damit beauftragt, die UdSSR während des Kalten Krieges von westlichen Erdölimporten völlig unabhängig zu machen.
Die brillanten russischen Wissenschaftler entdeckten, dass Erdöl nicht biologischen Ursprungs, sondern abiotisch entstanden war. Darüber hinaus postulierten sie, was später auch bewiesen wurde, dass
Erdöl ständig tief im Erdmantel erzeugt und in Richtung der Oberfläche, so nah es die geologischen Verhältnisse erlauben, gedrückt wird. Der sich drehende Erdkern funktioniert dabei wie ein gigantischer radioaktiver »Ofen«, der ständig neue Kohlenwasserstoffe erzeugt - Erdöl, Erdgas, Kohle, sogar Diamanten und andere seltene Kohlenwasserstoffe.
Erst vor Kurzem, etwas mehr als 60 Jahre später, wurden die Hypothesen der russischen Wissenschaftler ausgerechnet von der amerikanischen Weltraumbehörde NASA bestätigt. NASA bestätigt Erdölvorkommen auf anderen PlanetenNahinfrarot-Aufnahmen des Saturnmonds Titan, die von der NASA-Sonde Cassini aufgenommen wurden, die gegenwärtig den Saturn umkreist, bestätigen die Existenz großer Methan-Seen auf der Oberfläche des Mondes. Die größte dieser Methan-Ansammlungen umfasst eine Größe von 2400 km
2 und ist mindestens einen Meter dick.
i Cassiniist ein Gemeinschaftsprojekt der NASA, der Europäischen Raumfahrtbehörde ESA und der italienischen Raumfahrtbehörde Agenzia Spaziale Italiana (ASI). Es handelt sich bei Cassinium ein hochentwickeltes Raumfahrzeug, das den Saturn umkreist und dessen Ringsysteme genau untersucht.
Ralph Lorenz, Mitglied des Cassini-Radarteams vom Labor für angewandte Physik an der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore, berichtete in der Fachzeitschrift
Geophysical Research Letters, laut der von Cassini gesammelten Daten weise der orangefarbige
Saturnmond Titan hundertmal so große flüssige Kohlenwasserstoff-Reserven wie alle bekannten Erdöl- und Erdgasvorkommen der Erde auf. Die vom Himmel regnenden Kohlenwasserstoffe sammelten sich in gigantischen Vorkommen in Form von Seen und Dünen.
iiEs gibt noch weitere Belege dafür, dass Methangas, die einfachste Substanz aus der Familie der Kohlenwasserstoffe, zu der auch
Petroleum, Teer, Kohle und sogar Diamanten gehören, in großer Menge in unserem Universum zu finden ist, an Plätzen also, an denen es wohl kaum Dinosaurier gegeben haben wird. Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für Radioastronomie in Bonn haben entdeckt, dass die berühmte Pferdekopf-Galaxie im Sternbild Orion über große Kohlenwasserstoff-Vorkommen verfügt.
iiiErdöl ist kein fossiler BrennstoffAnders als westliche Geologen seit über hundert Jahren behaupten, aber niemals wissenschaftlich beweisen konnten, handelt es sich bei
Erdöl nicht um einen »fossilen Brennstoff«. Die Bedeutung dieser wissenschaftlichen Tatsache wird von den westlichen Mainstream-Medien weitgehend ignoriert.
Einen wesentlichen Eckpfeiler der anglo-amerikanischen weltweiten Geopolitik, d.h. ihre Fähigkeit, andere Nationen zu beherrschen und zu kontrollieren, bildete immer ihre Fähigkeit, andere Nationen davon zu überzeugen, bei Erdöl handele es sich um ein begrenzt vorkommendes, organisches Gemisch, das vor mehr als 100 Millionen Jahren entstanden sei, als Dinosaurier noch die Erde bevölkerten.
Und dieses Gemisch könnte auch nur dort gefunden werden, wo die beiden gigantischen amerikanischen Erdölerschließungsunternehmen Halliburton und Schlumberger behaupten, dass es zu finden sei. Bei den meisten Kriegen des vergangenen Jahrhunderts ‒ bis hin zu den Kriegen in Libyen, im Irak und in Syrien ‒ ging es um die Kontrolle des Erdöls oder die Möglichkeit, Länder wie China, die sich ansonsten von den USA unabhängig machen könnten, vom Zugang zu Erdöl abzuschneiden.
Russische Wissenschaftler bestätigtDie Ergebnisse der NASA und des Max-Planck-Instituts bestätigen die oft verworfenen Erkenntnisse einer Gruppe herausragender russischer Wissenschaftler, die vor mehr als sechs Jahrzehnten erkannten, dass die westliche Theorie des Erdöls als »fossilem Brennstoff« falsch war. Anfang der 1950er-Jahre wurde eine Gruppe russischer und ukrainischer Geophysiker, Geochemiker und Geologen von Stalin damit beauftragt, im Rahmen eines als hohe Priorität eingestuften, geheimen Projektes die Sowjetunion von westlichen Erdölkonzernen unabhängig zu machen. Als sie im Verlauf der Arbeiten die gesamte westliche wissenschaftliche Literatur zu den fossilen Ursprüngen des Erdöls unter die Lupe nahmen, stellten sie überraschend fest, dass es
kein einziges belastbares wissenschaftliches Experiment gab, das den biologischen Ursprung des Erdöls bewies.Unmittelbar nach Ende des Kalten Krieges reisten russische und ukrainische Geophysiker und Geochemiker zu einer ausgewählten wissenschaftlichen Konferenz in Santa Fe im amerikanischen Bundesstaat New Mexico. Laut der Aussage einer Person, die sie begleitete, waren die Wissenschaftler sehr interessiert daran, ihre Entdeckung über den tatsächlichen Ursprung des Erdöls mit ihren amerikanischen Kollegen zu diskutieren.
ivZu den Konferenzteilnehmern gehörten auch einige der renommiertesten amerikanischen Geologen. Sie alle hörten einen Vortrag von Professor V. A. Krajuschkin, dem Leiter der Abteilung für Erdölexploration des Instituts für geologische Wissenschaften an der Ukrainischen Akademie der Wissenschaften in Kiew. Krajuschkin leitete auch das Explorationsprojekt in der Region Dnjepr-Donezk. Sein Vortrag vor den in Santa Fe versammelten amerikanischen Wissenschaftlern stellte fast das gesamte Wissen, das sie sich während ihrer Ausbildung im Bereich Erdöl angeeignet hatten, auf den Kopf.
Professor Krajuschkin erläuterte ausführlich ein Forschungsvorhaben, das seine Arbeitsgruppe bei ihrer Suche nach Erdöl und Erdgas im Dnjepr-Donezk-Becken in der Ostukraine in der Nähe der russischen Grenze erfolgreich abgeschlossen hatte.
Heute ist diese Region aufgrund der Politik Washingtons ein Kriegsgebiet. Krajuschkin erläuterte, man sei nach über 45-jähriger geologischer Erforschung des Beckens ursprünglich davon ausgegangen, in der Region sei nicht mit Erdölvorkommen und ihrer Erschließung zu rechnen, da dort nirgendwo ein spezielles »Ausgangsgestein« zu finden gewesen wäre. Diese besondere Gesteinsformation bestehe, so die westliche geologische Theorie, aus einzigartigen Gesteinen, aus denen entweder Kohlenwasserstoffe entstanden waren, oder aus denen potenziell Kohlenwasserstoffe gebildet werden könnten. Nur in Regionen, in denen diese Gesteine vorhanden waren, so hieß es, könne Erdöl gefunden werden; daher auch die Bezeichnung »Ausgangsgestein«.
Die in dem ukrainischen Becken entdeckten Erdöl- und Erdgasvorkommen stammten aus, wie es die Geologen nennen, »kristallinen
Grundgebirgen«, tiefen Gesteinsformationen, in denen der westlichen geologischen Lehre zufolge Erdöl- und Erdgas als »fossile Brennstoffe« eigentlich nicht vorkommen konnten. Aber die Russen hatten es dort entdeckt. Das erinnert in gewisser Weise an die Entdeckungen Galileo Galileis, dass sich die Erde um die Sonne dreht und nicht umgekehrt, und die Sonne das Zentrum unseres Planetensystems bildet.
Beide Erkenntnisse galten der Heiligen Inquisition, vor der sich Galilei verantworten musste, als ketzerische Irrlehre. Wie einer der Teilnehmer berichtete, waren die Zuhörer über die Vorträge der russischen Wissenschaftler und den sich daraus ergebenden Schlussfolgerungen »nicht amüsiert«. Ihre weiteren Karrieren, und nicht zuletzt auch ihre Einkommen, wären in Gefahr, hätten die Russen recht.
Krajuschkin berichtete den Wissenschaftlern in Santa Fe weiter, die erfolgreichen Bemühungen der ukrainischen Arbeitsgruppe, die nach Erdöl gesucht und es auch gefunden hatten, wo nach derherrschenden Lehre keines sein durfte, hätten sich als regelrechte »Goldgrube« bei der kommerziellen Erschließung und Ausbeutung der dortigen Erdöl- und Erdgasfelder erwiesen.
Nach Jahren intensiver Forschungen hätten diese Entdeckungen bestätigt, dass Erdgas und Erdöl nicht aus verrotteten biologischen Überresten - fossilen Ursprungs - entstanden seien, sondern einen »abiotischen oder abiogenetischen Ursprung« besäßen, wobei die lateinische Vorsilbe »a« so viel wie »nicht-« bedeutet.
Krajuschkin erläuterte ausführlich und mit aller wissenschaftlichen Sorgfalt, die eingesetzten Explorationsverfahren seien speziell auf der Grundlage ihrer Hypothese entwickelt worden, dass abiotische Kohlenwasserstoffe in kristallinen Formationen zu finden seien. Im Detail beschrieb er die wissenschaftlichen Versuche, die sie mit dem entdeckten Petroleum durchgeführt hätten, um ihre Theorie zu verifizieren, Erdöl und Erdgas seien nicht nahe der Erdoberfläche (wie es die vorherrschende Theorie der fossilen Herkunft des Erdöls annahm), sondern in großer Tiefe von etwa 200 Kilometern entstanden. Die Untersuchungen bestätigten tatsächlich den Ursprung des Erdöls und Erdgases aus großer Tiefe.
Der Wissenschaftler ließ keinen Zweifel daran, dass die Erkenntnisse der russischen und ukrainischen Wissenschaftler zum Ursprung des Erdöls und Erdgases nicht in Einklang mit der Theorie westlicher Geologen zu bringen seien, sondern einen Gegensatz wie Tag und Nacht dazu bildeten.
Für seine Zuhörer war noch schockierender, dass Krajuschkin berichtete, in den ersten fünf Jahren der Förderung im nördlichen Teil des Dnjepr-Donezk-Beckens in den frühen 1990er-Jahren seien insgesamt 61 Bohrlöcher gebohrt worden. Von diesen hätten sich 37 als kommerzieller Erfolg erwiesen, eine Erfolgsrate von mehr als 60 Prozent. In der Erdölindustrie ist eher eine Erfolgsquote von 30 Prozent üblich. Daher waren die erzielten 60 Prozent als beeindruckendes Ergebnis zu werten.
Krajuschkin ging ausführlich auf die Tiefe der Bohrungen, den Erdöldurchfluss und andere Einzelheiten ein. Manche der Bohrungen reichten mehr als vier Kilometer in die Tiefe der Erdkruste. Einige Bohrlöcher förderten mehr als 2600 Barrel Rohöl täglich - mit einem Wert von drei Millionen Dollar täglich ‒ legt man die Preise von 2011 zugrunde.
vNach Angaben von Prof. Wladimir Kutscherow, einem führenden abiotischen Geophysiker und Geochemiker, befinden sich einige der größten russischen Erdölvorkommen außerhalb Westsibiriens in den Erdölfeldern von Romaschkino in Tatarstan in der Region Ural-Wolga in einer Tiefe von fast fünf Kilometern unter der Erdoberfläche. In diesen Tiefen dürfte wohl niemand mit Dinosaurier-Überresten rechnen.
viKutscherow und andere russische Erdölexperten haben interessanterweise bestätigt, dass sich die
Erdölvorkommen in allen größeren Erdölfeldern und vermutlich auch in kleineren Feldern im Laufe der Zeit aus der Tiefe des Erdinneren wieder auffüllen. Der Erdkern ist sozusagen ein riesiger nuklearer »Ofen«, der unter den dort herrschenden Bedingungen extremen Drucks und außerordentlich hoher Temperaturen ständig Kohlenwasserstoffe produziert und dies dann durch Spalten, die auch als »Migrationskanäle« bezeichnet werden, in den Erdmantel presst. Wenn sie dort durch bestimmte Mineralvorkommen wie etwa
Ferrit wandern, können sie sich in komplexere Kohlenwasserstoffketten wie etwa Petroleum verwandeln
vii.
Marion King Hubberts berühmte These des »Peak Oil« aus dem Jahr 1956 - also eines »Fördermaximums«, auf das dann unwiderruflich ein beständiger Rückgang der Fördermenge erfolgt - ist mit anderen Worten ein Mythos, der unter anderem auch durch den Boom in der amerikanischen Erdölförderung durch Fracking widerlegt wurde. Die weltweiten Erdölvorkommen gehen nicht zur Neige, wie Dr. Peter Odell vor einigen Jahren prognostizierte. Überall stößt man heute auf Erdölvorkommen.
Es ist einfach absurd und wahnsinnig, wenn Länder wie Saudi-Arabien, Katar, die Türkei oder die USA, England sowie Frankreich Kriege führen, um dieses Erdöl unter ihre Kontrolle zu bekommen.Fußnoten:i Charles Q. Choi,
»Giant Tropical Lake Found on Saturn Moon Titan«, 13. Juni 2012
ii ESA,
»Titan's Surface Organics Surpass Oil Reserves on Earth«, 13 February, 2008
.
iii John O´Sullivan,
»Top German Scientists Discover Fossil Fuel in the Stars«, 31. Dezember 2012
.
iv V. A. Krayushkin, T. I. Tchebanenko, V. P. Klochko, Ye. S. Dvoryanin, J. F. Kenney (1994).
Recent applications of the modern theory of abiogenic hydrocarbon origins: Drilling and development of oil & gas fields in the Dneiper-Donets Basin, VIIth International Symposium on the Observation of the Continental Crust through Drilling, Santa Fe, NM, DOSECC
: 21-24.
v Ebenda.
vi Wladimir Kutscherow, Professor an der Staatlichen russischen Universität für Erdöl und Erdgas sowie am Königlich Schwedischen Institut für Technologie, in einem privaten Gespräch mit dem Verfasser am 5. Juli 2011 in Wiesbaden, Deutschland.
vii F. William Engdahl,
»Mit der Ölwaffe zur Weltmacht«, Kopp-Verlag, Rottenburg, 2014 und derselbe, »Myths, Lies and Oil Wars«,
edition.engdahl, Wiesbaden, 2012, Kapitel 10.
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