Ein Mann schießt im US-Bundesstaat Kansas um sich, tötet dabei drei Menschen und verletzt 14 weitere. Ein Polizist beendet das Blutbad. Das Motiv des 38-Jährigen ist mittlerweile bekannt.
hesston, kansas
Los Angeles - Im US-Bundesstaat Kansas hat ein 38-jähriger Mann wild um sich geschossen, unter anderem in der Firma, in der er selbst angestellt war. Nach Angaben der Polizei tötete er drei Menschen und verletzte 14 weitere, bevor er von dem ersten herbeigeeilten Polizisten erschossen wurde.

Kurz zuvor hatte der Mann nach Angaben eines örtlichen Senders Anweisung erhalten, sich von seiner Partnerin fernzuhalten. Die Polizei kenne das Motiv, berichtete der örtliche Fernsehsender KWTV am Freitagmorgen (Ortszeit) unter Berufung auf ein Gespräch mit dem zuständigen Sheriff.

Verbot löst offenbar die Tat aus

Demnach war dem Schützen nach gewaltsamen Auseinandersetzungen mit seiner Partnerin am Donnerstagnachmittag verboten worden, sich ihr weiter zu nähern. Daraufhin rastete er offenbar aus: Anderthalb Stunden später, um 17.00 Uhr Ortszeit, startete er mit einem Automatikgewehr und einer halbautomatischen Pistole seinen Amoklauf. Nach ersten Berichten von Sheriff T. Walton schoss er von seinem Auto aus auf zwei weitere Fahrer, stahl dann den Pickup eines seiner Opfer und fuhr zu einer Rasenmäherfirma in dem kleinen Ort Hesston, in der er selbst angestellt war. Dort feuerte er auf dem Parkplatz auf eine Frau, betrat dann das Gebäude und begann wild um sich zu schießen. Zur Identität des Manns äußerte sich der Sheriff zunächst nicht.

Medienberichten zufolge handelte es sich jedoch um den 38-jährigen Cedric Ford, der in dem Familienbetrieb in Hesston als Lackierer arbeitete. Sein Kollege Matt Jarrel beschrieb Ford als „sanften Typen“. Bevor er ihn schießen sah, habe er niemals gedacht, dass er zu so etwas fähig sei, sagte Jarrel dem örtlichen Sokalsender KSNW. Andere Angestellte glaubten dagegen schon vorher, dass Ford emotionale und psychische Probleme hatte. Den Medienberichten zufolge war Ford erst kürzlich aus Miami im Bundesstaat Florida in die Region gezogen.

Medienberichte: Täter war polizeibekannt

Er soll demnach über ein längeres Vorstrafenregister verfügen, unter anderem wegen Landstreicherei, mehrfachen Einbruchs sowie illegalen Waffenbesitzes. Sheriff Walton sagte dem KWTV-Reporter, der 38-Jährige habe zuvor in seinem Gefängnis gesessen. Den Grund dafür nannte er zunächst nicht. Als die Polizei die Wohnung des Täters durchsuchen wollte, wurde sie von seinem Mitbewohner zunächst nicht eingelassen. Sie musste sich erst einen Durchsuchungsbefehl besorgen. Laut KSNW war die Wohnung leer.

Der Geschäftsführer von Fords Firma Excel Industries, Paul Mullet, äußerte sich schockiert über die Tat. Er sagte allen Opfern und deren Familien Unterstützung zu. Nach der Tragödie gratulierte das Weiße Haus telefonisch Sheriff Walton und seinen Kollegen zu ihrem beherzten Eingreifen. Erst in der vergangenen Woche hatten sie laut Walton bei einem Treffen darüber beraten, wie sie in einer ähnlichen Situation reagieren sollten. In den USA kommt es aufgrund der laxen Waffengesetze immer wieder zu Schießereien. Pro Jahr werden rund 30.000 Menschen mit Schusswaffen getötet. Versuche von Präsident Barack Obama, die Waffengesetze zu verschärfen, scheiterten stets am Widerstand der mächtigen Waffenlobby und des Kongresses.

afp