orion Delta-IV rocket nasa
© AP/dpa"Orion"-Kapsel: Testflug auf der Spitze einer Delta-IV-Rakete (Archivbild)
Es ist ein weiterer Schritt in Richtung Mars: EU-Raumschiffbauer freuen sich über einen erfolgreichen Test an der Nasa-Kapsel "Orion". Damit liefert Europa erstmals eines der wichtigsten Teile für ein US-Raumschiff.

Die Nasa hat am Montagmorgen (Ortszeit) im US-Bundesstaat Ohio erstmals erfolgreich europäische Solarmodule für das neue "Orion"-Raumschiff getestet. Das Ausklappen der vier beweglichen Sonnensegel, die immensen Belastungen standhalten müssen, sei gelungen, meldeten Nasa und Airbus von der Nasa Plum Brook Station in Sandusky.

"Um den starken Druck zu beschränken, muss ein Flügel im 60-Grad-Winkel vorwärts und rückwärts zu bewegen sein - wie der eines Vogels", erläuterte der Chef des Entwicklerteams von Airbus, Arnaud de Jong, in den Niederlanden.

Die Sonnensegel gehören zum europäischen Service-Modul (ESM) der "Orion"-Kapsel, die irgendwann auch Richtung Mars starten soll. Das ESM wurde von Airbus Defence & Space im Auftrag der europäischen Weltraumorganisation Esa entwickelt. Damit liefert Europa erstmals eines der wichtigsten Teile für ein amerikanisches Raumschiff.

Das Service-Modul ist für den Antrieb, die Energieversorgung, die Temperaturkontrolle und zentrale Elemente des Lebenserhaltungssystems der amerikanischen Orion-Kapsel verantwortlich, in der bis zu sechs Astronauten Platz haben werden.

Die "Orion" soll in Zukunft Menschen zum Mond, zu Asteroiden und vielleicht Mitte 2030 sogar zum Mars bringen. Der erste unbemannte Testflug gen Mond ist für 2017/18 geplant. Astronauten werden erst ab 2020 an Bord der "Orion" fliegen.

Ihren unbemannten Jungfernflug hatte die "Orion" bereits im Dezember 2014 absolviert. Mit dem Programm will sich die Nasa auf Ziele außerhalb des Erdorbits konzentrieren, nachdem die Spaceshuttles seit 2011 endgültig nicht mehr genutzt werden.