
Stumpf-braun statt leuchtend rot
Selten aber sind Rubine so farbrein und leuchtend rot, wie es die Schmuckhersteller gerne hätten. Oft haben sie bläuliche Stellen oder sind nur sehr dunkelrot. Doch es gibt Abhilfe: Behandelt man die Edelsteine mit Lasern, bestimmten Chemikalien oder starker Hitze, dann verändert dies die Elektronenanordnung in ihrem Gitter und damit auch die Lichtabsorption.
Eine ganz neue Methode, um Rubine zu neuem Strahlen zu bringen, haben nun Subhashree Swain vom indischen Institut für Mineralien und Materialforschung und ihre Kollegen entdeckt: Mikrowellen. Für ihre Studie nutzten sie mehrere Rubine, die in Sinapali im Nordosten Indiens gefunden wurden. Die zwischen fünf und elf Millimeter kleinen Edelstein-Bröckchen hatten eine rötlich-schwarze Farbe und galten daher als mindere Qualität.
Verwandlung in der Mikrowelle

Das Ergebnis: Schon auf den ersten Blick war zu erkennen, dass die Rubine nach der Mikrowellen-Behandlung heller und rötlicher erschienen. Das spiegelte sich auch in den Messungen wider: "Die Absorption bei 560 Nanometern hat sich deutlich erhöht, ebenso die gesamte Lichtabsorption in höheren Wellenlängen von 600 bis 800 Nanometern", berichten Swain und seine Kollegen. Weil dadurch mehr dunkelrot und Nahinfrarot herausgefiltert wird, erscheinen die Steine heller als vorher.
Veränderungen im Kristallgitter
Diese Veränderungen gehen auf kleinste Veränderungen im Kristallgitter der Rubine zurück, wie die Forscher erklären. Den Messungen nach veränderte die Bestrahlung die Elektronenverteilung von Fremdatomen wie Chrom, Eisen und Titan. Außerdem wurden Defekte und Unregelmäßigkeiten im Kristallgitter durch Umlagerungen behoben. Das erhöhte die Transparenz und Farbreinheit der Rubine.
"Das Erhitzen in der Mikrowelle ist eine unkonventionelle Methode zur schnellen thermischen Anregung - aber sie liefert gute Resultate in Edelsteinen wie den Rubinen", sagt Swain. Dies verbessere die bisherigen Möglichkeiten, Rubine durch nachträgliche Behandlung zu optimieren. Denn die Mikrowelle sei schneller und gleichmäßiger als andere Formen des Erhitzens.
(Applied Physics A, 2016; doi: 10.1007/s00339-016-9703-9)
(Springer Science and Business, 03.03.2016 - NPO)



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