Die Forscher der Harvard University haben ein neues Verfahren entwickelt, um durchsichtiges Glas schnell in einen intransparenten Zustand zu versetzen.
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Die US-Wissenschaftler haben einen neuen Weg gefunden, schneller und günstiger als alle bisherigen Methoden transparente Glasscheiben innerhalb einer Sekunde in einen lichtundurchlässigen Sichtschutz zu verwandeln. Dazu entwickelten sie eine speziell beschichtete Folie, die aus durchsichtigem Elastomer besteht und auf eine feste, ebenfalls durchsichtige Scheibe aus Mylar oder leitfähigem indiumzinnoxidbeschichteten Glas aufgesetzt und mit Silber-Nanodrähten beschichtet wird. Solange kein Strom durch das Elastomer fließt, bleibt die Glasscheibe durchsichtig aber sobald die Folie unter Strom gesetzt wird, fangen die Nanodrähte aufgrund der Kraft zwischen den zwei verteilten elektrischen Ladungen an, sich gegenseitig anzuziehen (das coulombsche Gesetz). Da sie jedoch fest in der Folie gegossen sind und ihren Standort nicht verlassen können, führen sie im mikroskopischen Bereich ein Zerknittern der Folie herbei. Dadurch verändert sich die Lichtbrechung des Elastomer und die Glasscheibe wird lichtundurchlässiger. Werden beide Seiten der Scheibe mit der Folie beschichtet, ist der Effekt entsprechend stärker. Die gewünschte Transparenz kann man durch die Spannungszufuhr regulieren.

Bei einer Spannung von 1.800 Volt und 3 Hertz ist die Scheibe bereits ziemlich lichtundurchlässig, bei 2.200 Volt ist die Glasscheibe schon fast völlig Blickdicht. Dennoch dürfte es für den kommerziellen Zweck noch nicht ausgereift genug sein. Und so erklärt auch einer der an der Entwicklung beteiligte Forscher, Prof. David Clarke: Der nächste Schritt wird sein, einen Weg zu finden, dünnere Elastomere zu integrieren, die mit niedrigeren Spannungen auskommen. Da dies ein physikalischer Vorgang ist und nicht auf chemische Reaktionen basiert, ist es eine einfache und möglicherweise billigere Weise, kommerzielle steuerbare Fenster zu erzielen."