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Teil 2: Der Begleiter der Sonne und der dazugehörige Kometenschwarm


Kapitel 19: Kometen: Zyklen und Ursprünge

Muller's Zyklus-Beschreibung von Nemesis (Begleitstern der Sonne), der Asteroiden und Kometen auf seiner Umlaufbahn mitzieht und anstößt, und dadurch Kometen-Bombardements auf seinem Weg durch das Sonnensystem auslöst, ist jedoch nur ein (höchst zerstörerischer) Zyklus von vielen anderen. Kometen haben unterschiedliche Umlaufzeiten von wenigen Jahren bis über Jahrhunderte hinweg. Üblicherweise gilt: Je länger so eine Kometen-Periode ist, desto exzentrischer ist der Orbit und umso stärker die Helligkeit des Kometen.

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Abbildung 62: Komet Encke war einer der Kometen, die man 2013 mit dem bloßen Auge beobachtet konnte. Das Bild oben wurde am 30. Oktober 2013 aufgenommen.
Kurzperiodische Kometen haben Umlaufzeiten zwischen 3.3 und 20 Jahren.168 Diese Kometen umkreisen üblicherweise die Sonne und Jupiter und weisen eine begrenzte Helligkeit auf.169 Komet Encke ist einer der über 400 bekannten Kometen der Jupiter-Familie.170

Mittelperiodische Kometen folgen üblicherweise einem größeren und exzentrischeren Orbit zwischen 20 und 64 Jahren. Sie umkreisen im Normalfall die Sonne und die äußeren Planeten171 des Sonnensystems. Komet Crommelin172, mit seinem 28-Jahre Orbit um die Sonne und Uranus, ist ein ziemlich typischer Vertreter dieser Kategorie.

Langperiodische Kometen vollenden ihre Umlaufbahn in 64 bis 164 Jahren.173 Ihre Apoapsis befindet sich üblicherweise außerhalb des Sonnensystems. Die meisten langperiodischen Kometen wurden erst ein oder zwei Mal beobachtet. Eine Ausnahme ist hier der berühmte Komet Halley, mit seiner Umlaufzeit von 75 Jahren. Jeder seiner sieben Wiedereinstiege in das Sonnensystem, wurde seit seiner Entdeckung im Jahr 1531 aufgezeichnet.174

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Abbildung 63: Der berühmte Halley Komet. Dieses Bild wurde während seiner letzten Passage im Jahr 1986 aufgenommen.
Ungefähr 40 Kometen umkreisen die Sonne mit Perioden zwischen 100 und 1000 Jahren, während die meisten Kometen eine noch viel größere Umlaufbahn haben. Man nimmt an, dass einige Kometen eine Umlaufzeit von mehr als 40,000 Jahren besitzen.175 Diese letzte Kategorie von Kometen werden als ‘nicht-periodisch’ abgestempelt. Das ist ein irreführender Begriff, denn die meisten ‘nicht-periodischen’ Kometen folgen einer ekliptischen Umlaufbahn176, da sie jedoch die Periapsis (geringste Entfernung zum Zentralkörper) nur einmal alle Jahrhunderte (wenn überhaupt) erreichen, ist es schwer festzustellen, ob sie periodisch sind und ob ihre Flugbahnen parabolisch, hyperbolisch oder ekliptisch ist (siehe z.B. Komet ISON).

Bei einigen dieser Kometen geht man davon aus, dass ihr Ursprung interstellar ist; sie kommen ins Sonnensystem wegen der Bewegung unseres galaktischen Arms und verlassen es aus demselben Grund. Einige von diesen Kometen zerbrechen in ‘Tochter Kometen’, während ihrer Reise durch das Sonnensystem und werden dann von der Sonne und ihren Planeten eingefangen und umkreisen fortan als kurzperiodische- oder mittelperiodische Kometen das Sonnensystem. Andere Kometen wiederum haben sich in ferner Vergangenheit teilweise aufgelöst und ‘stationäre’ Kometen-Wolken hinterlassen (Tauriden, Aquariiden, Orioniden177), welche die Erde jedes Jahr zu dem selben bestimmten Zeitpunkt durchquert. Andere Kometen wiederum reisen mit ihrem eigenen Kometen-Schwarm. Das ist zum Beispiel bei dem sehr dunklen Kometen Giacobini-Zinner der Fall, der von einem gewaltigen Schwarm umgeben ist.178

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Abbildung 64: Der Draconiden Meteorstrom wird von den Trümmern des Kometen Giacobini-Zinner verursacht. Dieser Meteorstrom kreuzt die Umlaufbahn der Erde all 6.6 Jahre. Während seiner letzten Begegnung mit der Erde, am 8. Oktober 2011, schätzt man, dass er eine Tonne Meteor-Material auf der Erde hinterlassen hat.
Es scheinen auch Kometen Schwärme zu existieren, die einen viel größeren Zyklus haben, als die hypothetisierten 27 MJ von Nemesis. Der galaktische Jahreszyklus ist ein Beispiel dafür. Alle 186 Millionen Jahre begegnet unser galaktischer Arm der selben Region mit hoher Kometen-Aktivität:
[...] die vermutlich vier größten Einschlags-Ereignisse: die K/T, P/Tr, O/S und Stu/V Grenzen, sind gleichmäßig durch 186-Millionen-Jahre-Intervalle getrennt. Das Modell des galaktischen Orbits legt nahe, dass diese vier Ereignisse stattfanden als unser Sonnensystem die gefährlichste Zone-1 durchflogen hat. Die Daten der Einschlags-/Massensterben-Ereignisse legen desweiteren auch zwei kleinere Zonen nahe, die ebenfalls Massensterben auslösen und auch ein 186-Millionen-Jahre-Intervall aufweisen (genauso wie Zone-1)...
Dieses Modell ist vergleichbar mit den jährlichen Meteorschauern, die wir auf der Erde bewundern können. Die Kometentrümmer, die diesen Kometen-Regen verursachen, sind in Bezug auf die Umlaufbahn der Erde im Grunde fest fixiert. Wie bei einem Uhrwerk begegnen wir ihnen jedes Jahr zur gleichen Zeit, während wir die Sonne umkreisen. Im galaktischen Maßstab geht man davon aus, dass es für unser Sonnensystem zwischen 200 und 250 Millionen Jahre dauert um einmal um den galaktischen Kern zu kreisen. Das Modell des galaktischen Orbits legt nahe, dass 186 Millionen Jahre der effektive Zeitraum für unser Sonnensystem sind. Vielleicht begegnen wir stationären Zonen oder Besonderheiten (relativ zu unserem galaktischen Orbit), in denen Gravitationsflüsse oder vielleicht Schockwellen dazu führen, dass Kometen aus der Oort'schen Wolke in großer Anzahl in das innere Sonnensystem katapultiert werden.179

Fassen wir also zusammen: Außer dem 27-Millionen-Jahres-Zyklus von Nemesis ist unser Sonnensystem noch verschiedenen anderen Zyklen ausgesetzt, die sich zwischen einem und 186 Millionen Jahre erstrecken.

Laut Muller durchkreuzt Nemesis die Kometen in der Oort'sche Wolke auf ihrem Weg zu unserem Sonnensystem.

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Abbildung 65: Darstellung der hypothetischen Oort'schen Wolke
Die Oort'sche Wolke hat bisher noch niemand beobachten können180. Sie wurde zum ersten Mal im Jahr 1950 vom niederländischen Astronom Jan Oort als Hypothese aufgestellt. Es handelt sich angeblich um eine gigantische kugelförmige Wolke, die 1000 mal so weit entfernt wie Pluto von der Sonne ist181 , das Sonnensystem umgibt und in etwa 1011 Kometen enthält. Allerdings ist die Theorie der Oort'schen Wolke, laut dem Astronom Tom Van Flandern unmöglich, da ihre Voraussetzungen (Menge der erzeugten Kometen) bei Weitem ihre Möglichkeiten überschreitet (die Größe und Materie, die sie haben soll)182.

Victor Clube stimmt dem Modell der Oort'schen Wolke auch nicht zu. Er postuliert, dass die meisten Kometen und Asteroiden in unserem Sonnensystem von gigantischen fragmentierten Kometen stammen.183 Diese gigantischen Kometen stammen vom Kuipergürtel, der sich außerhalb des Sonnensystems und entlang der galaktischen Ebene befindet. Das Sonnensystem dümpelt periodisch hoch und runter durch die galaktische Ebene der Milchstraße während es das galaktische Zentrum umkreist (siehe Abbildung 66). Jeder dieser periodischen Durchflüge löst gigantische Kometen aus dem Kuipergürtel und schickt sie weiter auf einer der Sonne näher gelegene Umlaufbahn.

Dennoch beschreiben diese Theorien über die Ursprünge von Kometen und Asteroiden (gigantischer Komet, Kuipergürtel, Oort'sche Wolke) nicht, wie Kometen eigentlich enstehen.

Kometen werden schon seit Jahrtausenden genau beobachtet. Astronomen im alten Mesopotamien sammelten detaillierte Beobachtungen und schrieben Berichte über das was sie am Himmel sahen. Die alten Griechen entwickelten ebenfalls ihre eigenen astronomischen Theorien184. Von der Renaissance bis in die Gegenwart suchen Wissenschaftler noch immer nach Erklärungen für den Ursprung von Kometen.

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Abbildung 66: Die Oszillation unseres Sonnensystems durch die galaktische Ebene
Alle möglichen Theorien sind bisher für die Entstehung von Kometen vorgeschlagen worden: Auswurfmassen von Vulkanausbrüchen auf anderen Planeten oder Sternexplosionen, Brocken von Planeten, Brocken von der Sonne, Ansammlungen von kosmischem Staub, Ansammlungen aus der protosolaren Platte, Kondensation, etc.185 Wenn Wissenschaftler so viele verschiedene Theorien entwickeln um ein und das selbe Phänomen zu erklären, kann man davon ausgehen, dass die wahre Ursache noch gefunden werden muss.

Nach dem das gesagt ist, bleibt festzuhalten, dass all diese Theorien auf einem nicht-elektrischen Universum basieren. Wenn wir neben den elektrischen Eigenschaften des Universums die Tatsache mit berücksichtigen, dass der Weltraum mit Plasma gefüllt ist, dann wird die Entstehung von Kometen plötzlich klarer. Für einen elektrisch geladener Körper ist es viel wahrscheinlicher einen Ansammlungs-Prozess zu durchlaufen (das heißt: die Anziehung von entgegengesetzt geladenen Teilchen) als für einen elektrisch neutralen Körper. Diese Tatsache könnte die Ansammlung von Materie zu größeren Objekten wie Kometen und Planeten erklären. Zusätzlich könnte der zuvor erwähnte Teilungs-Prozess186 von Himmelskörpern, auf Grund von zu hoher elektrischer Ladung die hohe Anzahl von Materie-Brocken im Weltraum erklären. Außerdem könnte derselbe Formations-Prozess auch dafür verantwortlich sein, dass sich die ähnlich felsig zusammengesetzte Natur der meisten Planeten, Monde, Kometen und Asteroiden, auf alle ähnlich zusammengesetzten Körper im Weltraum bezieht, deren einziger Unterschied die Größe ist. Fassen wir also zusammen: Die Nemesis-Hyphothese könnte in der Tat sowohl den Anstieg der Kometen-Aktivität als auch die Verringerung der Sonnenaktivität in den letzten Jahren erklären. Nemesis könnte Kometen in die Nähe des Sonnensystems schleudern, ziehen oder beschleunigen, während er gleichzeitig die Sonne erdet und somit ihre elektrische Ladung abbaut. Das führt zu einem allgemeinen Rückgang von Entladungen der Sonne. Wegen der Probleme mit den Techniken der Radiokarbondatierung ist es schwer zu sagen, wann genau unsere letzte Begegnung mit Nemesis stattgefunden hat, jedoch lassen die jüngsten solaren und kosmischen Entwicklungen darauf schließen, dass etwas Großes auf uns zu kommt. In Teil 3 werden wir uns auf die Konsequenzen, die diese Phänomene hier auf der Erde haben, konzentrieren.

Fußnoten:

168‘Comet Encke’, Encyclopaedia Britannica. Siehe: global.britannica.com/EBchecked/topic/186 530/Enckes-Comet
169Moore P., Guide to the comets, S.32
170Encyclopedia of Astronomy, Swinburne University of Technology. Siehe: astronomy.swin.edu.au/cosmos/J/Jupiterfamily+comets
171 Die 4 äußersten Planeten sind Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun. Cessna, A., ‘The Outer Planets’, Universe Today. Siehe: www.universetoday.com/33 292/the-outer-planets/
172‘Countdown to 500 comets’, Earth Institute. Siehe: www.earthriseinstitute.org/coms48.html
173 Zum Beispiel Komet Grigg-Mellis. Siehe: Matheus, P. & Jenniskens, M., Meteor Showers and Their Parent Comets, S.315
174‘Halley’s Comet: Facts About the Most Famous Comet’, Space, 20. Februar 2013. Siehe: www.space.com/19 878-halleys-comet.html
175Brand, J.C., ‘Comets’, Scient Am, 1981, S.29-36
176Moore, P., Guide to the comets, S.32
177Beta-Tauriden (24. Juni - 6. Juli) und Tauriden (15. September - 15. Dezember) sind Hinterlassenschaften von Komet Encke. Die Eta-Aquariiden (21. April - 12. Mai) und die Orioniden (18-26 Oktober) haben ihren Ursprung im Halleyschen Kometen. Ebd. S.88
178 Im Jahr 1933 begegnete die Erde diesem Meteor-Schwarm, der im Orbit des Kometen kreist. Das Resultat war ein starker Meteor-Regen, der ein oder zwei Stunden anhielt. Über einigen Teilen Europas, so schätzte man, wurden mehr als 15.000 Meteore in 60 Minuten aufgezeichnet. Ebd. S.88
179Janke, Paul R., A Correlated History of the Universe, Pan Terra Inc, 2002
180‘Oort Cloud’, Universe Today, 15. Juni 2009. Siehe: www.universetoday.com/32 522/oort-cloud/
181 Ungefähr 40.000 A.E. Siehe: Covey Jon, ‘Short-Period Comets and the Age of the Solar System’, Creation in the crossfire.See: www.creationinthecrossfire.org/Articles/ShortPeriodComets.html
182Tuttle, Robert J., The Fourth Source: Effects of Natural Nuclear Reactors, S.196
183Bailey, Clube, Napier, The Origin of Comets, S.220-270
184Ebd., S.7-87
185Ebd., S.105-144
186Siehe Kapitel 15: ‘Nemesis’.