
Ihre Metaanalyse von 14 Studien an 8200 Probanden zeigte ein um 72 Prozent erhöhtes Risiko, etwa wegen eines Herzinfarktes oder einer Herzrhythmusstörung in ein Krankenhaus eingeliefert zu werden.
Das deutet auf eine weitere schwere Nebenwirkung dieses Medikamentes hin, das in den letzten Jahren ohnehin in Verruf geraten war: "Es verursacht Bewusstseins- und Sehstörungen, Suizide, Gewalt, Depressionen und verschlechtert Diabetes", schimpft Hauptautor Furberg: "Auf dieser Liste können wir jetzt schwerwiegende kardiovaskuläre Störungen dazusetzen."
Dem widerspricht allerdings Pfizer-Sprecher Thomas Biegi, der die Zahl der kardiovaskulären Ereignisse in der neuen Studie für zu klein hält, um aussagekräftig zu sein. Er verweist auf firmeneigene Studien - allerdings an herzkranken Probanden -, wo es nur minimale Unterschiede zwischen Champix- und Placebogruppe gegeben habe.
Als Champix im Frühjahr 2007 auf den deutschen Markt kam, verbanden sich viele Hoffnungen damit. Erste Studien hatten gezeigt, dass Champix-Probanden eine knapp dreifach höhere Chance haben, einen langfristigen Entzug durchzustehen als bei einem Placebo.
Doch die mittlerweile bekannten Nebenwirkungen, so urteilt die Medizinerin Martina Pötschke-Langer vom Deutschen Krebsforschungszentrum, bestätigten die Entscheidung der deutschen Arzneimittelkomission, Champix nach den Nikotin-Ersatzstoffen als Mittel zweiter Wahl einzustufen: "Die Pharmakotherapie der Tabakentwöhnung ist eine Geschichte der Misserfolge."
Stattdessen weist sie auf das Erfolgsrezept der meisten Ex-Raucher hin: "90 Prozent von ihnen haben es ganz alleine geschafft."



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