Es sind nur noch kleine Gesteinsbröckchen von dem Meteoriten übrig geblieben. Bisher wurden etwa 40 Gramm Material bei Stubenberg entdeckt. Es soll aber weiter gesucht werden. Professor Addi Bischoff von der Uni Münster hat die Fundstücke bereits analysiert. Er geht davon aus, das sich rund um Stubenberg noch weitere Meteoritenbrocken finden lassen.
Tschechischer Astronom beteiligt
Dass der Aufschlagort des Meteoriten in Niederbayern überhaupt entdeckt werden konnte, ist einem tschechischen Astronom in der Sternwarte Omndrejov zu verdanken. Pavel Spurny hatte den Eintritt des Meteoriten in die Erdatmosphäre fotografisch dokumentiert und auf dieser Grundlage den Aufschlagpunkt genau berechnet.
Spezialist aus Augsburg findet Meteoritenstücke
Gefunden hat die Stücke am Wochenende der Meteoritenspezialist Dieter Heinlein aus Augsburg, der schon mitgeholfen hatte, den sensationellen Neuschwansteinmeteoriten zu finden. Er ist mit einer Such-Gruppe am Samstag bei Stubenberg auf die Bruchstücke des Meteoriten gestoßen. Laut Heinlein war das Streufeld der Absturzstelle mehrere Quadratkilometer groß und lag zwischen zwei Ortschaften, Feldern und einem Waldgebiet.
"Erst wird das gesichtete Material fotografiert, dann wird es eingemessen mit GPS Koordinaten, dann wird es ganz vorsichtig mit Plastikfolie oder Handschuhen geborgen. Es war ein kleines Gebiet wo wir mehrere Bruchstücke eines Himmelssteins, der auf dem Acker zerbrochen ist, gefunden haben."Die größten Brocken haben zwei Forscher aus Linz gefunden, alle Bruchstücke werden jetzt weiter wissenschaftlich untersucht. Rechtlich ist es so, dass die Finder als Eigentümer gelten. Möglicherweise, so hofft Dieter Heinlein, wird dann irgendwann auch ein Stück des Meteoriten im Rieskratermuseum in Nördlingen zu sehen sein.
Gewöhnlicher Steinmeteorit
Experten der Wilhelms-Universität bekamen ein Fundstück zur Meteoritenbestimmung und Klassifizierung. Bei dem Stück handelt es sich um einen gewöhnlichen metallarmen Steinmeteoriten, der in Fachkreisen der "LL Chondritenklasse" zugeordnet wird.
"Die innere Struktur des Meteoriten zeigt deutlich sichtbare Spuren früherer Kollisionen. Offensichtlich kollidierten zahlreiche Himmelskörper mit dem Mutterkörper des Meteoriten. Durch diese Zusammenstöße wurde das Gestein in Fragmente zerlegt und verfestigte sich anschließend wieder. Ein weiterer Einschlag hat unseren 'Himmelsboten' dann von seinem Mutterkörper losgelöst und auf den Weg zur Erde gebracht."Der Mutterkörper des Asteroiden umkreist die Sonne gemeinsam mit Hunderttausenden weiterer Asteroide auf einer Bahn zwischen Mars und Jupiter. Bei dem Meteoriten handele es sich laut Dieter Heinlein um das ursprünglichste Material, das man in unserem Sonnensystem finden kann. Es ist ungefähr 4,3 Millarden Jahre alt.




Kommentar: Erst vor wenigen Tagen war man sich noch nicht sicher, ob wirklich Stücke des Meteoriten gefunden wurden.