Schon länger gibt es die Vermutung, dass Einschläge von Kometen und Meteoriten Wasser und wichtige Lebensbausteine auf die junge Erde brachten. Indiz dafür ist der Nachweis von DNA-Basen in Meteoritenproben, von Alkohol und anderen organischen Verbindungen im Kometen Lovejoy und nicht zuletzt die Tatsache, dass selbst intakte DNA einen Aufenthalt im Weltraum überstehen kann.
Junges Sonnensystem im Labor

"Unser Szenario basiert auf der Annahme, dass Planetesimale im Sonnensystem aus der Aggregation von eisigen Staubkörnchen entstanden", erklären die Forscher. "Im jungen Sonnensystem waren diese Körnchen UV-Licht und kosmischer Strahlung ausgesetzt, was zu komplexen chemischen Reaktionen führte."
Jede Menge Ribosen und andere Zuckerverbindungen
Und tatsächlich: Als die Forscher ihre künstlichen Kometen langsam auftauten und dann analysierten, fanden sie eine ganze Reihe neu entstandener organischer Verbindungen, darunter auch Zucker. Das Spannende daran: Unter diesen Zuckern wiesen die Wissenschaftler auch Ribose nach, einen essenziellen Baustein des RNA und DNA-Gerüsts.

"Zentrales Ergebnis für die präbiotische Chemie"
Wie die Forscher berichten, ist dies der erste Nachweis, dass Ribose von allein in Kometen entstanden sein kann. Er liefere damit einen wichtigen Einblick in die Prozesse, die die Entstehung des Lebens auf der Erde möglich machten. "Das ist ein zentrales Ergebnis für die präbiotische Chemie, weil es belegt, dass selbst bei einfachen molekularen Ausgangssubstanzen eine autokatalytische Reaktion abläuft", so Weinert und ihre Kollegen.
Zusammen mit den bereits zuvor in Kometen und Meteoriten nachgewiesenen organischen Molekülen stärkt dieses Experiment die Theorie, dass die entscheidenden chemischen Impulse für die Entstehung des Lebens auf unserem Planeten aus dem Weltraum gekommen sein könnten.
(Science, 2016; doi: 10.1126/science.aad8137)
(CNRS/ Science, 11.04.2016 - NPO)




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