
Am 26. März hatte das Lageüberwachungssystem eine Drehung des 2,7 Tonnen schweren Teleskops registriert, die es in Wirklichkeit gar nicht gab. Trotzdem leitete die Software Gegenmaßnahmen ein: Reaktionsräder wurden gestartet. Statt der vermeintlichen Drehung entgegenzuwirken, begann Hitomi nun wirklich zu rotieren. Nun schaltete das Raumfahrzeug in einen Sicherheitsmodus und zündete Triebwerke, um die Drehung zu stoppen. Wie Nature berichtet, haben die Triebwerke offenbar aufgrund eines Softwarefehlers in die falsche Richtung gefeuert und damit die Drehung weiter angetrieben. Teleskope auf der Erde sahen eine Drehung binnen fünf Sekunden, heißt es weiter.
Ein ebenbürtiger Ersatz ist frühestens 2028 im All
Das war zu viel für Hitomi - die Solarmodule und weitere Bauteile flogen davon. Zehn Trümmer wurden von der Erde aus entdeckt. Sie sollen in den nächsten Tagen in die Erdatmosphäre zurückkehren, wo sie wahrscheinlich verglühen werden.
Ein schwacher Trost: Kurz vor der Katastrophe hat das Teleskop einige Messungen gemacht, deren Ergebnisse bald veröffentlicht werden sollen,berichtet „skyandtelescope.com“.
Die nächste große Röntgenmission ist die europäische „Athena“, sie soll frühestens 2028 starten. Möglicherweise gibt es kleinere Missionen, die früher ins All gebracht werden. Sie könnten wenigstens Teile des Hitomi-Forschungsprogramms ersetzen.



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