Ehlen. Dieter Stockfisch und seine Nachbarn aus dem Ehlener Neubaugebiet "Über dem krummen Weg" rätseln über ein Naturphänomen. Denn in der Nacht von Sonntag auf Montag regnete es dort Sand.
Sandregen
© Unbekannt
Vom Himmel fielen im Bereich rund um den Spielplatz im Neubaugebiet neben Starkregen auch zahllose kleine gelbliche beziehungsweise gräuliche Sandklumpen in der Größe von zwei bis drei Millimetern.

Der Deutsche Wetterdienst in Offenbach hatte für den Zeitraum des Sandregens nach Deutschland einströmende Warmluft aus Spanien vorausgesagt. Die Wetterfrösche vom Main schließen aber aus, dass es sich beim Vorfall in Ehlen um Sand aus der südlich der iberischen Halbinsel liegenden nordafrikanischen Wüste Sahara handelt.

Wüstensand, so antworteten sie auf Nachfrage unserer Zeitung, könne zwar, was in der Vergangenheit schon vorgekommen ist, in hohen atmosphärischen Luftschichten bis nach Nordhessen transportiert werden, aber, so die Offenbacher Meterologen: „Dann hätte es nicht punktuell begrenzt auf einen kleinen Raum, sondern flächendeckend Sand regnen müssen.“

In den vergangenen Tagen war auch der HNA-Redaktion Witzenhausen vom Himmel fallender Sand gemeldet worden. Hier wird vermutet, dass es sich um Rückstände eines dort vor kurzen in Betrieb gegangenen Heizkraftwerkes handelt.

Die Mutmaßung, beim Ehlener Sandregen könne es sich um Pollen oder Material zum Nestbau handeln, das Wespen verloren haben, teilt der Oberelsunger Naturexperte Otto Reinhard nicht. „Davon habe ich noch nie etwas gehört“, so der Mann vom NABU. Außerdem hätten angesichts der Menge an Klümpchen ganze Schwärme von Wespen unterwegs gewesen sein müssen.

Das Rätsel der in Ehlen niedergegangenen kleinen Sandklumpen und ihre genaue Herkunft könnte vermutlich nur eine Laboranalyse beim Hessischen Landesamt für Umwelt und Geologie bringen.

(zih/bic)