Die Mitglieder einer Hindu-Sekte haben sich mit Waffengewalt gegen die Räumung ihres besetzten Parks im Norden Indiens gewehrt. 24 Menschen starben, mehr als 80 wurden verletzt.
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Seit mehr als zwei Jahren hatten die Mitglieder einer Hindu-Sekte im nordindischen Mathura einen Park besetzt. Bei der Räumung des Parks durch die Polizei schlug der Protest in Gewalt um: 24 Menschen starben, mehr als 80 wurden verletzt.

Zum Zeitpunkt der Räumung hielten sich 2500 Mitglieder der Sekte in dem Park auf. Als die Polizei anrückte, eskalierte die Situation. "Einige der Besetzer eröffneten das Feuer auf die Polizei", sagte Javeed Ahmad, Polizeichef des Bundesstaates Uttar Pradesh. Die Sektenmitglieder seien auf Bäume geklettert und hätten von da aus mit Maschinenpistolen auf die Polizisten geschossen.

Beim anschließenden Feuergefecht seien zwei Polizisten und zahlreiche Besetzer ums Leben gekommen. Bis zu dem Tod der beiden Beamten habe man das Feuer nur mit Gummigeschossen und Tränengas erwidert, sagte Debashish Panda, der Innenminister von Uttar Pradesh. Viele der Verletzten seien angeschossen worden und schwebten in Lebensgefahr, berichtet die Nachrichtenagentur AFP.

Gasflaschen explodierten

Laut der Polizei starben mindestens elf Menschen, weil provisorische Behausungen im Park in Flammen aufgingen. In einigen von ihnen hätten Gasflaschen zum Kochen gestanden, die explodiert seien. Mehr als 300 Menschen wurden festgenommen.

Die Polizei hatte seit April einen Gerichtsbeschluss, um den Park zu räumen, doch die Besetzer erkannten das nicht an. Auf dem mehrere Hektar großen Gelände hatten sie Zelte und Holzhütten errichtet. Behördenvertreter erklärten, das Gebiet sei "militärisch" abgeriegelt gewesen.

Die Mitglieder der Sekte folgen laut den Nachrichtenagenturen dpa und AP der Lehre von Subhas Candra Bose. Der Nationalist und Vorsitzende des Indischen Nationalkongresses hatte für die Unabhängigkeit seines Landes gekämpft, bevor er 1945 starb. Dabei arbeitete er auch mit den Nationalsozialisten zusammen. Als Mitbegründer der Indischen Legion, einem der Waffen-SS unterstellten Kampfverband, wollte er die britische Kolonialmacht aus Indien vertreiben.

Seine Nachfolger bezeichnen sich als Revolutionäre. Ihre Ziele sind unter anderem die Abschaffung der Wahlen in Indien, Wohnungen und günstiges Benzin.

cne/dpa/AFP/Reuters/AP