Hemer. Eine 62-jährige Frau aus dem Sauerland ist bei der Behandlung bei einem Zahnarzt in Hemer gestorben. Obduktion ergab keine Hinweise auf Vorerkrankung.
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© Britta PedersenPlötzlich traten Komplikationen auf: Eine 62-jähriger Patientin ist bei einer Zahnarztbehandlung in Hemer ums Leben gekommen.Foto: Britta Pedersen

Patientin im Sauerland stirbt bei Zahnarzt-Behandlung
Der Schock sitzt tief, und Wolfgang Jakob kann immer noch nicht glauben, was am 30. Mai geschehen ist. Eigentlich wollte seine Frau Gisela nur schnell zum Zahnarzt, doch als sie sich morgens von ihrem Mann verabschiedet, ist es ein Abschied für immer. Während die 62-jährige Hemeranerin auf dem Zahnarztstuhl sitzt, kommt es während der Behandlung plötzlich zu Komplikationen, so dass der Notarzt gerufen werden muss. Vergeblich kämpfen die Ärzte um das Leben der Frau, aber sie stirbt noch in der Praxis.

Vorfall erinnert an den Todesfall in Hamburg

Dieser Vorfall erinnert an einen tragischen Tod wenige Tage zuvor in Hamburg. Dort war ein 18-Jähriger bei einer Wurzelbehandlung unter Vollnarkose gestorben. Doch bei der Hemeranerin war keine Narkose notwendig, es ging „nur“ um eine Parodontitisbehandlung.

Als die Komplikationen bei seiner Frau aufgetreten sind, habe der Zahnarzt bei ihm angerufen und nach eventuellen Vorerkrankungen gefragt, berichtete Wolfgang Jakob im Gespräch mit unserer Zeitung. Zu diesem Zeitpunkt ahnt er noch nicht, wie ernst die Situation ist. Er ruft seinen Sohn an, der in die Zahnarztpraxis eilt. Um 10.15 Uhr wird der Tod der Patientin durch den Arzt festgestellt. Der Sohn ist es dann auch, der seinem Vater die traurige Todesnachricht überbringt.

"Meine Frau war immer kerngesund"

„Ich kann das alles nicht fassen, meine Frau war immer kerngesund. Warum ist das passiert?“, fragt sich der unter Schock stehende Hemeraner immer wieder. Er erwartet eine genaue Klärung der Todesursache und hat einen Anwalt eingeschaltet. Ihm geht es um die Frage, ob zwischen der Zahnbehandlung und dem Tod eine Verbindung besteht. Mittlerweile ist seine Frau obduziert worden. „Es gibt keinen organischen Befund oder irgendwelche Vorerkrankungen“, fasst Wolfgang Jakob zusammen. Jetzt fehlen noch die Ergebnisse der toxikologischen Untersuchungen. Die Staatsanwaltschaft ist involviert, die Ermittlungen laufen.

Für Wolfgang Jakob ist es sehr wichtig, zu wissen, warum seine Frau so plötzlich aus dem Leben gerissen wurde. „Wir hatten noch so viel vor“, sagte er. Er hofft, dass die Staatsanwaltschaft Licht in das traurige Dunkel bringen kann und er eine Erklärung dafür bekommt, warum seine Frau auf dem Zahnarztstuhl verstarb.