Sie kamen mit Maschinenpistolen und Rammbock: LKA und Staatsanwaltschaft haben mehrere Wohnungen und die Firmenräume des Dating-App-Anbieters Lovoo in Dresden durchsucht. Es gab zwei Festnahmen.

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Razzia beim Flirt-Portal Lovoo: Das Landeskriminalamt (LKA) Sachsen und die Staatsanwaltschaft Dresden haben am Morgen 16 Privatwohnungen und Firmenräume durchsucht, darunter die Firmenräume in Dresden. Der Vorwurf: Lovoo soll Profile von Frauen gefälscht und so seinen Nutzern das Geld aus der Tasche gezogen haben.
Insgesamt gab es in Dresden laut einer gemeinsamen Pressemitteilung von LKA und Staatsanwaltschaft 13 Durchsuchungen. Zwei Durchsuchungen fanden in Berlin statt, eine in Nürnberg.
Laut dem Medienportal
Mopo 24 stürmte ein Großaufgebot von Beamten die Lovoo-Zentrale in Dresden mit Maschinenpistolen und Rammbock. Laut
Bild wurden auch die Wohnungen der Geschäftsführer durchsucht. Die Firmengründer seien verhaftet worden.
Bei den Verhafteten handelt es sich um die beiden geschäftsführenden Firmengründer, berichtet die Nachrichtenagentur dpa. Ein dritter Haftbefehl liege vor, sei aber noch nicht vollstreckt worden, sagte Oberstaatsanwalt Lorenz Haase.
Insgesamt gibt es 12 Beschuldigte. Ihnen wird gewerbsmäßiger Betrug vorgeworfen. Das Verfahren richte sich gegen drei Geschäftsführer und neun Mitarbeiter "eines überregional arbeitenden Dresdner Unternehmens". Der Name Lovoo wird in der Pressemitteilung nicht erwähnt, es ist lediglich die Rede von einer "Kennenlern-Agentur".
Angeblich Schaden von mehr als einer Million EuroDie Behörden werfen dem Unternehmen offenbar vor, mit Fake-Profilen die Kunden der Dating-App betrogen zu haben. Die Fachzeitschrift
c't schrieb bereits im vergangenen Jahr, dass das Unternehmen
möglicherweise in großem Stil gefälschte weibliche Profile eingesetzt habe. Zahlungswillige männliche Kunden seien dadurch beim Versuch, Kontakt aufzunehmen, abgezockt worden. Demnach sei ein Schaden von mehr als einer Million Euro entstanden.
Die
c't hatte ein mehr als 50 Gigabyte großes Datenpaket zugespielt bekommen. Unter den Daten sollten sich zum Beispiel angebliche E-Mails der Lovoo-Führung befinden.
Auf eine Nachfrage von
SPIEGEL ONLINE hatte Lovoo damals geantwortet: "Die in der heutigen Ausgabe der
c't in einem Artikel aufgestellten Vorwürfe gegen die Kennenlern-App Lovoo beruhen auf zweifelhaften Dokumenten und Daten, die dem Magazin anonym zugespielt worden sind und dessen Authentizität die Autoren in ihrem Beitrag selbst anzweifeln. Die in dem Artikel genannten Vorwürfe weist Lovoo zurück."
Zahlreiche Datenträger sichergestelltBei den Durchsuchungen wurden nun nach LKA-Angaben zahlreiche Unterlagen, Computer- und Mobilfunktechnik, sowie eine größere Anzahl von Datenspeichern sichergestellt. Es seien insgesamt rund 200 Beamte der Staatsanwaltschaft und der Polizei im Einsatz gewesen.
Dass das Online-Portal bald abgeschaltet wird, ist dennoch unwahrscheinlich. Bei den Durchsuchungen sei es lediglich darum gegangen, kriminelle Handlungen zu Lasten der Nutzer zu verhindern.
Lovoo bietet seinen Nutzern über eine App die Möglichkeit, interessen- und standortbezogen andere Leute kennenzulernen. Die Dienste sind nur teilweise kostenpflichtig. Laut Lovoo wird die App von mehr als 50 Millionen Menschen weltweit genutzt und beschäftigt knapp 200 Mitarbeiter.
asa/gru/dpa
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