
Wie das spanische Bruderpaar Carlos und Raul de la Fuente Marcos jetzt gemeinsam mit Sverre J. Aarseth vom Institute of Astronomy of the University of Cambridge aktuell im Fachjournal Monthly Notices of the Royal Astronomical Society (MNRAS; DOI: 10.1093/mnrasl/slw078) berichten, haben sie sich der Frage nach der Existenz von „Planet Nine“ (P9) mit der zu Browns und Batygin entgegesetzten Fragestellung genähert: „Wie hätten sich die Umlaufbahnen der sechs ETNOs entwickelt, wenn es den Planeten tatsächlich gibt?“
„Vor dem Hintergrund der von Batygin und Brown präsentierten Umlaufbahn (von Planet Nine) zeigen unsere Berechnungen, dass sich die sechs ETNOs - die laut den CalTech-Astronomen sozusagen der Rosetta-Stein im Rätsel um den Planeten darstellen - auf länglichen und instabilen Bahnen bewegen würden“, so Carlos de la Fuente Marcos und erläutert weiter: „Diese Objekte würden so schon nach weniger als 1,5 Milliarden Jahren aus dem Sonnensystem herausgeschleudert werden. Im Falle der ETNOs 2004 VN112, 2007 TG422 und 2013 RF98 würde dieser Vorgang sogar weniger als 300 Millionen Jahre dauern und schon nach zehn Millionen Jahren wären ihre Umlaufbahnen wirklich sehr instabil. Aus astronomischer Sicht sind das wirklich kurze Zeiten.“
Vor dem Hintergrund ihrer Berechnungen müsste also die von Batygin und Brown errechnete Umlaufbahn ihres Planeten nochmals angepasst werden, damit die Bahnen der sechs ETNOs so stabil sind, wie sie es heute sind.
Die Simulationen führen jedoch noch zu einer weiteren Frage: Sind die ETNOs eine kurzlebige und instabile Himmelskörperpopulation oder sind ihre Bahnen dauerhaft stabil?
„Sollten die ETNOs kurzfristiger Natur sein, so müssten sie fortwährend aus einer stabilen Quelle in der Oortschen Wolke stammen“, so Carlos de la Fuente Marcos. „Wenn ihre Umlaufbahnen aber stabil sind, dann könnte es davon noch viele weitere Exemplare geben, dir wir bislang noch nicht entdeckt haben.“
Die Autoren selbst schlussfolgern, dass das stabilste Szenario jenes ist, laut dem es mit „Planet Nine“ nicht nur einen, sondern darüber hinaus noch weitere, bislang unbekannte Planeten im äußeren Sonnensystem gibt, die in Bahnresonanz zueinander stehen: „Als Ergebnis aller unserer Berechnungen und Simulationen glauben wir, dass es zusätzlich zu ‚Planet Nine‘, auch einen (zehnten) „Planet Ten“ und vielleicht sogar noch mehr geben könnte“.
Tatsächlich haben Batygin und Brown schon jetzt angekündigt, schon bald neue Bahnmodelle „ihres“ Planeten präsentieren zu wollen.



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