Im Hamburger Stadtteil Schnelsen hat ein Maskierter in der Nacht zum Donnerstag ein Ex-Mitglied der Rockergruppe "Mongols" und dessen Freundin angeschossen. Nach bisherigen Erkenntnissen der Polizei stand die Frau an der geöffneten Terrassentür eines Einfamilienhauses, als der Angreifer auf sie feuerte. Anschließend gab er Schüsse auf den 25-Jährigen ab, der sich in der Wohnung aufhielt. Bei dem Angeschossenen war ein 28-Jähriger, der einen Schock erlitt. Gegen 23.30 Uhr hörte ein Anwohner im Vielohweg die Schüsse und verständigte die Polizei.
mongols rocker
In Schnelsen sind ein Ex-Mitglied der Rockergruppe "Mongols" und seine Freundin durch Schüsse schwer verletzt worden. Hintergrund könnte ein Streit im Prostitutionsgewerbe sein.

Die genauen Hintergründe der Tat sind noch unklar. Experten der Spurensicherung untersuchten in der Nacht und am Donnerstagmorgen den Tatort und machten Fotos. Eine Sofortfahndung der Polizei mit mehr als 20 Streifenwagen blieb erfolglos. Der Täter floh möglicherweise über das Gelände einer gegenüberliegenden Kleingartenkolonie. Wegen der Ermittlungen wurde ein Abschnitt des Vielohwegs vorübergehend gesperrt. Nach Informationen von NDR 90,3 wohnt in dem Haus seit mehreren Jahren ein aus Afghanistan stammender Taxiunternehmer. Dessen Sohn soll laut Hamburg Journal im NDR Fernsehen Vize-Chef der Rockergruppe "Mongols" in Hamburg gewesen sein.

Tätowierung "Fuck The Hells Angels"

Am Freitag wurden weitere Details über den Angeschossenen bekannt. Er sei wegen Körperverletzung und Waffen-Delikten polizeibekannt, sagte eine Sprecherin. Erst kürzlich sei er sechs Monate in Haft gewesen. An seinem Kopf trug er die Tätowierung "Fuck The Hells Angels".

Polizei bittet um Hinweise

Die Sonderkommission "Rocker" hat die Ermittlungen übernommen. Die Polizei bittet Zeugen, die verdächtige Beobachtungen gemacht haben, sich unter der Telefonnummer 040 - 4286 56789 zu melden.

In den vergangenen Monaten war die Hamburger Polizei mit der Sonderkommision verstärkt gegen Rockerkriminalität vorgegangen. Es gab zahlreiche Razzien gegen die verfeindeten Rockergruppen "Hells Angels" und "Mongols", um deren Revierkämpfe unter Kontrolle zu bekommen. Beide Gruppen gelten laut Polizei in Hamburg offiziell als aufgelöst, dennoch kommt es immer wieder zu Auseinandersetzungen.