In mehreren deutschen Städten haben sich Zehntausende Demonstranten unter dem Motto "Hand in Hand gegen Rassismus" an Menschenketten beteiligt. Organisiert wurde die Aktion von einem breiten Bündnis aus Verbänden und Organisationen. Insgesamt nahmen rund 40.000 Menschen teil.
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© Aiman A. Mazyek@aimanMazyek
Vor dem internationalen Gedenktag für Flüchtlinge haben sich am Wochenende Zehntausende Demonstranten in mehreren deutschen Großstädten an Menschenketten beteiligt. Die Aktionen fanden am Samstag in Bochum und am Sonntag in Berlin, Leipzig und München statt. Den Abschluss bildete eine Kundgebung in Hamburg.

Die Menschenketten seien ein "starkes Signal für ein weltoffenes und vielfältiges Deutschland", erklärten die Initiatoren. "Wir werden niemals akzeptieren, dass etwa Muslime, Sinti und Roma oder Geflüchtete weniger Wert sein sollen als andere. Wir wenden uns gegen den Hass und jede Ausgrenzung", sagte Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth bei der Auftaktkundgebung in München.

Mehr als 40.000 Menschen erwartet

In Berlin, Bochum, Leipzig und München verbanden nach Angaben der Veranstalter mehr als 33.000 Demonstranten in langen Ketten kirchliche und soziale Einrichtungen. Bundesweit kamen an diesem Wochenende rund 40.000 Menschen zu den "Hand in Hand"-Aktionen

In Berlin bildeten 9000 Menschen eine knapp sieben Kilometer lange Menschenkette vom Stadtteil Kreuzberg bis zum Roten Rathaus. "Die große Mehrheit in Deutschland steht für Weltoffenheit und Menschlichkeit, nicht für dumpfen Rassismus", sagte der DGB-Vorsitzende Reiner Hoffmann.

Tausende bilden Menschenkette in Hamburg

In Leipzig verband eine drei Kilometer lange Menschenkette Moscheen, das Gewandhaus, Oper, Universität, Nikolaikirche und das Synagogenmahnmal. In Hamburg kamen am Abend Tausende zu einer Menschenkette. Diese sollte die Hauptkirche St. Petri mit der Al-Nour Moschee und der jüdischen Gemeinde verbinden. Der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime, Aiman Mazyek, sprach von einem "wichtigen Zeichen der Verbundenheit".

Neben den fünf Großstädten demonstrierten auch in sechzehn weiteren Städten - darunter Bonn, Karlsruhe, Münster und Osnabrück - mehrere Tausend Menschen gegen Rassismus, für Menschenrechte und Vielfalt. Bereits am Samstag hatten 8500 Menschen in Bochum eine Menschenkette gebildet.

Per Twitter bekannten sich Prominente zu der Aktion, darunter Bundesaußenmister Frank-Walter Steinmeier und Familienministerin Manuela Schwesig. Anlass der Aktion war der Weltflüchtlingstag, der am Montag begangen wird. Zu den Organisatoren gehören etwa Amnesty International, Pro Asyl, Terre des Hommes, Brot für die Welt, Miseror, der Paritätische Gesamtverband und der DGB. Zu den Unterstützern zählten zum Beispiel die Schauspieler Benno Fürmann und Michaela May, der Kabarettist Urban Priol sowie der Musiker Michael "Breiti" Breitkopf von den Toten Hosen.