Koblenz - Rund 3500 Anwohner und 500 Hotelgäste müssen am kommenden Montagabend gegen 18 Uhr ihre Häuser, Wohnungen und Hotelzimmer in der Koblenzer Vorstadt verlassen.
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© Christian Weihrauch
Die Fliegerbombe ist von einem Metallkäfig umgeben, der mit Sandsäcken bedeckt ist.

Sie werden evakuiert, weil die 250 Pfund schwere amerikanische Fliegerbombe entschärft wird, die am Mittwoch in der Nähe der Kreuzung Mainzer Straße und Roonstraße gefunden wurde. Das hat die Feuerwehr in Koblenz mitgeteilt. Der Rettungsdienst sorgt dafür, dass die rund 20 Pflegebedürftigen im Gebiet sicher umquartiert werden.

„Wenn alles nach Plan läuft, beginnt der Kampfmittelräumdienst um 20 Uhr mit der Entschärfung der Bombe“, erklärt Manfred Morschhäuser, Pressesprecher der Feuerwehr in Koblenz. Wie lange diese dauert, konnte die Feuerwehr noch nicht sagen. „Der Kampfmittelräumdienst muss vor Ort reagieren, wenn er den Sprengsatz komplett freigelegt hat“, sagt Morschhäuser.

Derzeit geht von der Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg keine Gefahr aus, teilt die Feuerwehr mit, dennoch dürfen die Anwohner die Entschärfung nicht auf die leichte Schulter nehmen. „Der Kampfmittelräumdienst kann das Risiko auf ein Minimum reduzieren, aber es bleibt ein Restrisiko“, erläutert Morschhäuser. Schließlich sei der Sprengsatz extra dazu gebaut worden, um zu explodieren. Bisher hatten die Koblenzer Glück und es passierte nichts, aber nicht immer gehen Entschärfungen glimpflich aus.

Im vergangenen Jahr starben in Göttingen drei Menschen bei der Vorbereitung zu einer Bombenentschärfung. „Die Anwohner dürfen die Lage nicht unterschätzen, sie sollten bei der Evakuierung kooperieren“, rät Morschhäuser.

Die Grenzen der Sicherheitszone bilden im Süden die Johannes-Müller-Straße und die Lennéstraße, im Osten der Rhein, im Westen die Hohenzollernstraße und im Norden die Pfaffendorfer Brücke. Das Gebiet ist auch für den Verkehr gesperrt, Umleitungen werden ausgeschildert. Der Schiffsverkehr wird auf die rechte Rheinseite umgeleitet, Gefahrguttransporter müssen allerdings mit einem Sicherheitsabstand auf dem Rhein warten.

Die Anwohner sind bislang nicht besorgt. „Seitdem ich in Koblenz wohne, ist es die dritte Bombe, die bei mir in der Nähe gefunden wird“, erzählt die 73-jährige Walburga Gründler. Sie wohnt nur wenige hundert Meter vom Fundort entfernt. „Ich habe den Krieg überlebt, da werde ich das jetzt auch überleben“, ist sie sich sicher.