
Besonders im knapp einen Kilometer breiten, 249 bis 570 Meter tiefen und bis zu 40 Grad steil abfallenden Grabennetzwerk Vid Flumina (s. Abb.) zeigten die zurückgeworfenen Radarwellen in Kombination mit den gemessenen Höhenwerten, dass es bei den dunklen Kanälen nicht um gesättigte Sedimente sondern - da glatte Oberflächen ausweisend - um flüssige Oberflächen handelt. Vergleichbare Daten hatte die Sonde zuvor schon öfter über den bereits bekannten Meeresflächen auf Titan erhalten und unterscheiden sich deutlich vom eher grob strukturierten Terrain aus Fels und Eis der Landmassen auf Titan.
„Das Vorhandensein derart tiefer Einschnitte in der Landschaft zeigt, dass die Prozesse, die zu deren Entstehung geführt haben, für sehr lange Zeitperioden aktiv waren oder aber die Titanoberfläche hier deutlich schneller erodiert haben, als an anderen Orten“, so die Wissenschafter um Valerio Poggiali von der Universita die Roma, die mit der Auswertung der Cassini-Radardaten betraut sind und ihre Ergebnisse nun gemeinsam mit US-Kollegen um Alex Hayes von der Cornell University aktuell im Fachjournal Geophysical Research Letters (DOI: 10.1002/2016GL069679) veröffentlicht haben. „Wahrscheinlich ist es aber auch eine Kombination aus beidem, die zur Bildung dieser tiefen Canyons beigetragen hat. Zu welchem Grad jeweils, ist allerdings unklar. Auf jeden Fall müssen aber unsere Modelle der geologischen Evolution der Titanoberfläche in der Lage sein, die Entstehung dieser Canyons zu erklären.“



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