Die US-Regierung hat ein Kopfgeld von 2,3 Millionen US-Dollar auf einen der wichtigsten Anführer der Terrormiliz Islamischer Staat, Oberst Gulmurod Khalimow, ausgesetzt, der zuvor elf Jahre lang in den USA im Anti-Terrorkampf geschult worden war, wie CNN berichtet.
© Sputnik/David Hizanishvily
In einem Interview mit Sputnik sagte der politische Analyst Dr. Alon Ben-Meir, dass der Fall von Khalimow bei Weitem nicht der einzige sei. Laut Ben-Meir haben die USA jahrelang Kämpfer ausgebildet, die später den Kern des IS bildeten.

„Viele von diesen Personen waren damals dem IS nicht beigetreten, sind aber in verschiedenen Funktionen aktiv gewesen“, so der Experte. Khalimow habe früher einen hohen Posten bei der Polizei bekleidet und sei lange Zeit nicht unter den Einfluss der Terrormiliz geraten. „Doch später hat er sozusagen aufgegeben“.

In einem Video, das von der Terrormiliz im Mai 2015 veröffentlicht wurde, bestätigte Khalimow die damals kursierenden Gerüchte über seine Ausbildung in den USA. Später wurde dies auch vom US-Außenministerium bekräftigt.

Der ehemalige Oberst Khalimov, der unter anderem ein wichtiger IS-Anwerber ist, hatte einst beim tadschikischen Innenministerium als Kommandeur von Spezialeinheiten gedient. Von 2003 bis 2014 nahm er laut der Sprecherin des US-Außenministeriums Pooja Jhunjhunwala an fünf Anti-Terror-Kursen in Tadschikistan und in den Vereinigten Staaten im Rahmen eines US-Hilfsprogramms teil.

Dieses Programm ist laut CNN dafür bestimmt, Kandidaten aus verschiedenen Ländern in den jüngsten Antiterror-Taktiken zu schulen, damit sie eben diejenigen Militanten bekämpfen können, denen sich Khalimow angeschlossen hatte.

So gut die Ausbildung auch sein mag, kann Behörden laut Ben-Meir trotzdem ein Fehler unterlaufen.

„Es ist gar keine neue Praxis, Ausländer auszubilden und sie dann in verschiedene Teile der Welt zurückzuschicken. Doch es kommt zu Fehlern. Und die USA haben gerade in diesem Fall einen schrecklichen Fehler gemacht“, so der Experte.

Dass die US-Regierung jetzt fast drei Millionen Dollar auf Khalimow ausgesetzt habe, deute darauf hin, wie wichtig den Vereinigten Staaten seine Festnahme sei. „Das ist ein beträchtlicher Betrag, der auf die Notwendigkeit seiner Festnahme hindeutet.“ Nicht nur, weil Khalimow jetzt bei der Terrormiliz sei, sondern auch wegen der Kenntnisse, die er in den USA erworben habe. „Ich bin mir sicher, dass es auch andere wie ihn gibt“, betont der Experte.