Soziopathie: Emotionales Chaos in Beziehungen ist die Norm
Falls Sie in einer Beziehung sind, wo Sie nie Recht haben und emotionales Chaos die Norm ist, dann kann es sein, dass Sie mit einem Soziopathen Umgang haben. Das ist jemand, der kein Gewissen hat, und dessen Persönlichkeit extreme antisoziale Tendenzen aufweist.

Soziopathen nutzen jene, die viel Empathie bzw. Mitgefühl haben, für ihre eigenen Zwecke aus, aber nehmen dabei keine Rücksicht auf die Gefühle von anderen. Sie haben keine Reue für ihre Handlungen und es ist ihnen egal, falls sie andere verletzen oder mobben. Ihre Opfer werden ängstlich, traumatisiert und beginnen, sich selbst zu bezweifeln.
Menschen, die ins Visier eines Soziopathen gerieten, reagieren oftmals mit selbstkritischen Aussagen wie etwa „Wie dumm ich doch war“, „Was habe ich mir nur dabei gedacht?“ oder „Ich hätte auf mein Bauchgefühl hören sollen“. Aber sich mit einem Soziopathen einzulassen ist wie eine Gehirnwäsche.

Der oberflächliche Charme des Soziopathen wird üblicherweise dazu benutzt, um Menschen zu konditionieren. Beim ersten Kontakt testet der Soziopath oftmals die Empathie anderer Menschen, also sollten Sie Fragen misstrauisch machen, die darauf abzielen herauszufinden, ob Sie über viel Mitgefühl verfügen.

In unserer Show diskutieren wir das Buch The Empathy Trap ("Die Mitgefühls-Falle") von Dr. Jane und Tim McGregor. Wir geben einen Einblick in das Thema der Soziopathie, wie wir uns vor Soziopathen in Beziehungen, in der Schule oder am Arbeitsplatz schützen können, und wie wir schädliche Beziehungen leichter erkennen können. Bestandteil unserer Diskussion sind auch wertvolle Bewältigungsstrategien, die wir anwenden können, wenn wir uns in einer schädlichen Beziehung mit einem Soziopathen befinden oder befunden haben.

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Hier weitere Artikel: Hier sind ein paar weitere übersetzte Auszüge aus dem Buch, um besonders die Unterscheidung von Empathen, Apathen und Soziopathen und deren Interaktion zu verdeutlichen:
© Jane and Tim McGregor
Die soziopathische Transaktion
In diesem Kapitel analysieren wir die „sozialen Interaktionen“ von Soziopathen. Im speziellen werden wir uns später der Soziopath-Empath-Apath Triade (SEAT) beschäftigen. Der unermüdliche Missbrauch von anderen Menschen ist eine Aktivität des Soziopathen der besonders heraussticht in seinen Aktivitäten. Um ihr Spiel bzw. ihre Beute zu gewinnen, beteiligen und brauchen Sie häufig die Mithilfe von Mitläufern, was bedeutet, dass ihre Spiele häufig nicht nur das ausgewählte Ziel umfassen, sondern eine dritte Partei den wir den Apath nennen. Warum diese Taktik vom Soziopathen angewendet wird erklären wir im weiteren Verlauf.

Zunächst aber eine kurze Zusammenfassung der Eigenschaften von Apathen, Empathen und des Soziopathen und der soziopathischen Transaktion:

Der Apath (von Apathie; Teilnahmslosigkeit, Gleichgültigkeit):

Im Kontext der soziopathischen Interaktion nennen wir diejenigen die im grausamen Sport des Soziopathen meistens unbewusst mit ihm konspirieren bzw. zusammenspielen apathisch oder kurz „Apathen“. Ein Apath ist eine Sorte von Mensch, die am wahrscheinlichsten die Befehle des Soziopathen durchführt. Apathisch zu sein bedeutet in dieser Situation wenig Sorge oder Gleichgültigkeit gegenüber dem Opfer des Soziopathen zu empfinden. Im Kapitel 3 betonen wir die Wichtigkeit das Problem so zu sehen, wie es wirklich ist mit Hilfe des Märchens „Des Kaisers neue Kleider“. Dieses Märchen stellt die kollektive Leugnung und die Doppelstandards dar, die oft ein Teil des sozialen Lebens sind. Der Apath ist in diesem Kontext eine Person die willentlich ignorant bzw. blind ist, dass heißt eine Person die nicht die tatsächliche Nacktheit des Kaisers sieht oder anerkennt.

Ein Apath ist ein integraler Teil des Arsenals des Soziopathen und trägt durch seine Blindheit zu dem soziopathischen Missbrauch bei; Soziopathen haben ein unheimliches Talent zu erkennen, welche Menschen ihnen dabei helfen können die Person zu zerstören, die sie als Ziel ausgewählt haben.

Es ist nicht unbedingt leicht einen Apathen von außen zu erkennen. In anderen Situationen kann ein Apath viel Empathie und Sorge zeigen, nur eben nicht in so einer Situation. Damit dieses Spiel des Soziopathen funktionieren kann, muss der Apath in irgendeiner Beziehung zu dem Empathen stehen. Deshalb können enge Freunde, Verwandte, Eltern, Kinder und andere Personen die in ähnlicher Beziehungen zu dem Empathen stehen zu Komplizen des Soziopathen werden und instrumental in der Zerstörung der Zielperson werden.

Das Hauptqualifikations-Attribut, dass den Apathen zu einem willigen Komplizen macht, ist ein schlechtes Urteilsvermögen, dass aus dem Mangel an Verständnis bzw. Einsicht resultiert. Wenn der Apath einen Groll und andere ungeklärte emotionale Gefühle gegen die Zielperson hegt, wird er ein leichtes Opfer im Spiel des Soziopathen gegen diese Zielperson und sogar eine Person, die willig den Suggestionen des Soziopathen folgt, da sie etwas dadurch gewinnen. Apathen sind ein Teil von den 60% der Bevölkerung die blind einem Führer folgen.

Der Empath (von Empathie):

Nicht immer, aber oft ist die Zielperson des Soziopathen ein Empath. Um zu verstehen warum dies der Fall ist und was passiert, wenn dies geschieht, müssen wir zuerst verstehen was ein Empath ist. Die meisten Menschen haben die Fähigkeit Mitgefühl für andere zu empfinden, jedoch haben einige Menschen mehr von dieser Fähigkeit. Empathie ist eine der wichtigsten Fähigkeiten, die uns zu dem machen, was wir sind: Menschen oder genauer ausgedrückt menschlich. Empathie ist eine geteilte Emotion. Empathie zu fühlen und zu zeigen bedeutet die Fähigkeit zu besitzen sich emotional in die Lage einer anderen Person versetzen zu können und wie dieses andere Lebewesen dieses Gefühl erlebt.

Ein Empath - im Kontext, in dem wir diesen Begriff benutzen - verfügt nicht etwa über beinahe magische Kräfte. Empathen sind gewöhnliche Menschen, die hervorragend wahrnehmen, über viel Einsicht verfügen und die zu den 40 Prozent der Menschen gehören, die spüren, wenn etwas nicht richtig ist (jene, die auf ihr „Bauchgefühl“ hören). Um auf unser Märchen „Des Kaisers neue Kleider“ zurückzukommen: Der Empath ist der Junge, der das Unaussprechliche ausspricht: dass der Kaiser keinerlei Kleidung trägt.

Empathen nutzen ihre starke Fähigkeit sich in andere Menschen emotional hineinzuversetzen, um ihre eigene Sicherheit und Wohlergehen und das der anderen Menschen zu verbessern. Probleme für Empathen entstehen jedoch immer dann, wenn Apathen in der Nähe sind. Empathen können gequält, in die Knie gezwungen werden, und dazu gezwungen werden die Position des Einzelkämpfers zu ertragen durch die Tatenlosigkeit und Gleichgültigkeit von Menschen um sie herum, die eine eher apathische Natur besitzen.

Die soziopathische Transaktion (Vorgang):

Empathen werden oft von Soziopathen als Ziel ausgewählt, weil sie die größte Gefahr für den Soziopathen darstellen. Der Empath ist üblicherweise die erste Person die erkennt, dass etwas nicht stimmt und dann diese Erkenntnis offen zum Ausdruck bringt. Als Konsequenz ist der Empath sowohl der Feind Nr. 1 für den Soziopathen als auch eine Quelle der Anziehung für den Soziopathen; die Aktionen und Erwiderungen des Empathen versorgen einen gelangweilten und lustlosen Soziopathen mit hervorragender Unterhaltung und Belustigung.

Im Kontext den wir hier besprechen, finden sich Empathen oftmals nicht nur im Kampf gegen den Soziopathen, sondern auch einer Herde von Apathen. Apathen befinden sich in dem Teil der Bevölkerung (60%) der gehorsam einem Führer folgt. Auf der Basis dieser Eigenschaften werden Apathen oft von Soziopathen als Hauptakteure in ihren Intrigen ausgenutzt. Aber diese Hauptschwäche des Apathen hat einen Preis in der Form der soziopathischen Transaktion. Der Apath geht einen unausgesprochenen Pakt mit dem Soziopathen ein und nimmt dadurch passiv oder auf eine andere Weise (oft aus Angst vor dem Soziopathen) an dem grausamen Sport des Soziopathen teil.

Die Soziopath-Empath-Apath Triade (Dreiklang):

Damit eine soziopathische Dynamik effektiv wirken kann, braucht es den folgenden Dreiklang: einen Soziopathen, einen Empathen und einen Apathen. Wir nennen dies die Soziopath-Empath-Apath-Triade - kurz SEAT. Die übliche Anordnung sieht etwa folgendermaßen aus: Der Empath sieht sich gezwungen, eine Position zu beziehen, da der Soziopath etwas Hinterhältiges sagt oder tut. Der Empath fordert den Soziopathen heraus, der sofort Andere von seiner Spur ablenkt und die Schuld auf den Empathen schiebt. Der Empath wird dann zum Objekt des Missbrauchs, wenn der Apath die Perspektive des Soziopathen einnimmt. Am Ende geht die Situation normalerweise schlecht für den Empathen aus und manchmal auch für den Apathen (wenn dessen Gewissen zurückkommt und ihn verfolgt oder er schließlich selbst zum Objekt des Missbrauchs wird). Frustrierenderweise kommt der Soziopath allerdings oftmals ohne Schaden davon.

Meistens endet diese Situation schlecht für den Empathen und manchmal auch für den apathen (wenn sein Gewissen zurückkehrt und ihn verfolgt, oder wenn er selbst zum Opfer des Missbrauchs wird). Frustrierender Weise kommt der Soziopath aus dieser Situation jedoch meistens ungeschoren davon.

Soziopathen ändern diese erfolgreiche Triade-Taktik nur selten, denn sie führt so gut wie immer zum Erfolg. Tatsächlich findet dieser zwischenmenschliche Austausch fast in allen Fällen soziopathischer Interaktionen statt, die wir kennen. Die soziopathische Dynamik ist stark auf die Apathie derjenigen angewiesen, die dem Ereignis oder der Situation nahe sind, was die Wichtigkeit des Apathen in diesem Austausch zeigt, wie in Abbildung 1 dargestellt.

Soziopathen ziehen Apathen durch verschiedene Methoden hiein: Schmeichelei, Bestechung oder durch Lügen, die zur einer Desorientierung bei Apathen führt.