Washington (USA) - Erklärungsversuche für das bislang noch nie bei einem anderen Stern beobachtete Verhalten von KIC 8462852 bemühen bislang Vorstellungen von ungewöhnlich großen Kometen, Planetentrümmern, interstellaren Staub- und Gaswolken bis hin zur Idee, eine hochentwickelte Zivilisation könnte ein gewaltiges Bauwerk rund um den Stern konstruiert haben, um etwa mit sog. Dysons-Sphären dessen Energie in viel höherem Maße zu nutzen, als dies mit Solarkollektoren von der Oberfläche eines Planeten möglich wäre (...GreWi berichtete).


Als Ergebnis dieser Auswertung der Kepler-Kalibrierungsaufnahmen entdeckten die Astronomen, dass das Licht von KIC 8462852 während der ersten drei Beobachtungsjahre um fast ein Prozent schwächer wurde und dann plötzlich über einen Zeitraum von sechs Monaten um außergewöhnlich weitere zwei Prozent abfiel, um bis zum Ende der Mission (weitere sechs Monate) auf diesem Niveau zu verbleiben (s.f.Abb.).
Ihre ungewöhnliche Entdeckung verglichen die Wissenschaftler mit 500 ähnlichen von Kepler ins Visier genommenen Sternen. Hierbei fanden Simon und Monet zwar, dass ein kleiner Teil dieser Sterne während der ersten drei Beobachtungsjahre ebenfalls leicht an Helligkeit eingebüsst hatte, dass allerdings kein weiterer Stern eine vergleichbar „dramatische Abschwächung in gerade einmal sechs Monaten oder eine Gesamtabschwächung während der vier Kepler-Beobachtungsjahre von drei Prozent seiner Helligkeit aufzeigte.“

„Dieser Stern war schon zuvor, wegen seiner beiden sporadischen Abschwächungsereignisse, absolut einzigartig“, fügte Simon erläuternd hinzu. „Jetzt sehen wir aber, dass er noch weitere Merkmale aufweist, die nicht weniger merkwürdig sind: Zunächst die stetige Abschwächung über drei Jahre und dann eine weitere, jetzt aber sehr viel schnellere Abschwächung im Licht des Stern.“
Auch die beiden Astronomen rätseln über eine mögliche Erklärung für die bisherigen Beobachtungen, gestehen aber auch ein, dass diese neue Beobachtung die Sache alles andere als einfacher macht. „Die plötzliche Abschwächung über einen Zeitraum von nur sechs Monaten könnte zunächst noch am ehesten durch eine Kollision oder das Auseinanderbrechen eines Planeten oder Kometen in dem System um den Stern erklärt werden, durch die kurzfristig eine Staub- und Trümmerwolke entstanden sein könnte. Allerdings kann dieses Szenario die Abschwächung währen der ersten drei Beobachtungsjahre und noch weniger jene erklären, wie sie seit dem 19. Jahrhundert beobachtet werden kann.“
Abschließend erklären Simon und Monet: „Eine gute Erklärung dafür zu finden, dass ein Stern gleich drei unterschiedliche Dinge tut, wie sie zuvor noch nie bei einem anderen Stern beobachtet wurden, ist wirklich eine große Herausforderung. Wir denken aber, dass die neuen Beobachtungen einen Schlüssel zum Verständnis des Rätsels um KIC 8462852 darstellen könnten.“




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