In weiten Teilen Norddeutschlands hat es bis ins Flachland geschneit. Für Teile Niedersachsens sahen sich die Behörden zu einer offiziellen Gefahrenwarnung gezwungen.

© dpaIm Oberharz hat der Schnee schon ordentlich seine Spuren hinterlassen.
Heftige Schneefälle haben am Dienstag in weiten Teilen Niedersachsens erhebliche Verkehrsbehinderungen ausgelöst. Nach Polizeiangaben kam es auf der Autobahn 2 zwischen Hannover und Dortmund zu kilometerlangen Staus wegen Glätte. Lastwagen kamen an Steigungen nicht voran, besonders betroffen war der Autobahnabschnitt zwischen Wunstorf-Kolenfeld und der Raststätte Auetal. Vielerorts passierten Glätte-Unfälle. Die Räumdienste waren pausenlos im Einsatz. Der Harz verwandelte sich in eine weiße Winterlandschaft, Skifahrer und Rodelfans können auf das Wochenende hoffen.
Wegen des heftigen Schneefalls haben die niedersächsischen Behörden für den Landkreis Uelzen eine offizielle Warnung ausgegeben. Aufgrund des Nassschnees sei mit Straßensperrungen und erheblichen Gefahren durch umstürzende Bäume und liegengebliebene LKW zu rechnen, heißt es darin. Autofahrten sollten "auf das unbedingt nötige Maß" beschränkt werden. Zudem sei mit Einschränkungen im öffentlichen Nahverkehr zu rechnen .
An mehreren Orten im Raum Hannover mussten Oberleitungen vom Schnee befreit werden. "Seit Montagabend sind Schneeräumkräfte auf Weichen und Gleisen im Einsatz", sagte eine Bahnsprecherin. Bei nassem, schwerem Schnee reichten die Weichenheizungen mitunter nicht aus, erklärte die Sprecherin. Im Laufe des Vormittags zog das Tiefdruckgebiet "Husch" weiter nach Norden. Am Mittag schneite es heftig im Raum Lüneburg und im Wendland.
Wetterdienst warnt vor gefährlicher GlätteAutofahrer müssten auch in den nächsten Tagen aufpassen, sagte Benedikt März, Meteorologe beim Deutschen Wetterdienst (DWD) in Hamburg. Wenn der getaute Schnee über Nacht gefriert, wird es gefährlich glatt. Damit sei vor allem im nordöstlichen Niedersachsen, Hamburg und Schleswig-Holstein zu rechnen. In den nächsten Tagen bleibe es bei frühwinterlichen Temperaturen zwischen 2 und 4 Grad, die weiße Pracht bleibe aber an den meisten Orten nicht liegen.
Eine Ausnahme bildet der Harz: Der ungewöhnliche frühe Wintereinbruch verwandelte die höheren Regionen des Mittelgebirges in eine Winterlandschaft. Auf dem Brocken liegen etwa 15 Zentimeter Schnee. Dem DWD zufolge liegt die Schneefallgrenze am Wochenende etwa bei 700 Metern. Damit können vor allem im Raum Braunlage und am Wurmberg Ski und Schlitten ausprobiert werden.
Die Autobahn- und Straßenmeistereien im Norden sehen sich auf weiteren Schnee und Frost gut vorbereitet. Die Vorratslager für Streusalz seien jedenfalls gut gefüllt, sagte die Sprecherin der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, Heike Haltermann, in Hannover. In mehr als 110 Depots warten rund 150.000 Tonnen Salz auf ihren Einsatz. Landesweit sorgen rund 1400 Mitarbeiter mit insgesamt 600 Fahrzeugen im Winter dafür, dass Niedersachsens Straßen frei von Schnee und Eis sind.
Probleme auch in anderen BundesländernAuch in Nordrhein-Westfalen gab es Schnee, etwa im Bereich von Bielefeld und Bad Salzuflen, sagte ein Meteorologe des Deutschen Wetterdienstes. In Detmold registrierte die Polizei zwei bis drei Zentimeter Neuschnee. Schon ab einer Höhenlage von hundert Metern könne es in der Osthälfte des Bundeslandes bis zum Dienstagnachmittag zu weiteren Schneefällen kommen.
In Hamburg mussten etliche Autofahrer am Dienstagmorgen eine dünne Eis- oder Schneeschicht von ihren Scheiben kratzen; etliche Hausdächer zeigten sich weiß. Im Harz war am frühen Morgen der Winterdienst im Einsatz. In der Nähe von Braunlage in Niedersachsen waren die Äste der Nadelbäume von einer schweren Schneedecke umhüllt.
mh, DPA, N24
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