Die Hauptstadt Spitzbergens, Longyearbyen, wird aufgrund akuter Flut- und Erdrutschgefahr zum Teil evakuiert. Ursache sind heftige Unwetter durch starke Regenfälle.
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Aufziehende schwere Unwetter mit Sturm und heftigen Regenfällen haben die Behörden von Longyearbyen auf Spitzbergen zu einer ungewöhnlichen und bislang einmaligen Vorsichtsmaßnahme gezwungen. Aufgrund von akuter Flut- und Erdrutschgefahr wurde der Ort teilweise evakuiert. Betroffen war auch das Stadtviertel Nybyen, wo die meisten Studenten der örtlichen Universität Svalbard wohnen.

Bis Dienstagmittag werden auf Spitzbergen bis zu 100 Liter Regen pro Quadratmeter erwartet. Die Insel im Nordpolarmeer hat aufgrund ihres rauen Klimas keine nennenswerte Vegetation und somit auch kaum speicherfähige Böden. Das Regenwasser wird also fast ausschließlich oberflächlich abfließen. Longyearbyen, das in einem Talkessel liegt, drohen somit heftige Überflutungen und sogar Erdrutsche, wenn die durchweichten Berghänge von den Wassermassen mitgerissen werden. Erst im Oktober gab es nach heftigen Regenfällen Erdrutsche auf Spitzbergen.

Die langjährigen Durchschnittswerte von Longyearbyen: Im November sind Höchstwerte von minus 5 bis minus 10 Grad üblich. Aktuell ist es dort zehn bis fünfzehn Grad wärmer.

Das Wetter auf Spitzbergen ist normalerweise sehr trocken: Nur 200 bis 300 Liter Niederschlag fallen im Jahr und das meist als Schnee. Eigentlich müsste die Insel auch längst mit Eis und Schnee bedeckt sein, doch die extrem warmen Temperaturen im Nordpolarmeer haben das bislang verhindert. Auch in den kommenden Tagen wird es auf Spitzbergen tagsüber Plusgrade geben, was eine Abweichung von unglaublichen zehn bis fünfzehn Grad gegenüber dem langjährigen Mittel für Anfang November entspricht.