
Die Auswertung der Bilder deutet an, dass diese Yanomami auch über benachbarte Dörfer noch keine Berührung mit industriellen Gütern hatten: Die Wissenschaftler der FUNAI fanden keine Hinweise auf Metalltöpfe, Macheten oder moderne Kleidung. Dennoch wirkten die Mitglieder der als Moxihatetema bezeichneten Gemeinschaft gesund und wohlgenährt - wofür auch die ausgedehnten Gemüsegärten rund um das Yano genannte Runddorf sprechen.
Trotz der abgeschiedenen Lage der Region ist die Zukunft des Volkes jedoch bedroht, warnten Sprecher der Hutukara Yano- mami Association. Mehrere tausend illegale Goldgräber seien in den letzten Wochen in das Reservat eingedrungen, um dort nach dem Edelmetall zu schürfen. Ihre Aktivität habe in den letzten Monaten wegen der wirtschaftlichen Krise stark zugenommen. Gleichzeitig hat der Staat der Schutzbehörde FUNAI das Budget stark gekürzt, so dass sie ihren Aufgaben nur noch unzureichend nachkommen kann. Immer wieder kommt es daher zu Konflikten zwischen Indianern und Goldgräbern oder Holzfällern, die nicht selten tödlich enden - auch für die Eindringlinge. Ebenfalls letzte Woche wurden mehrere Goldgräber durch Pfeile auf Yanomamiland getötet.
Häufig kommt es dann zu blutigen Vergeltungsmaßnahmen. Außerdem bedrohen eingeschleppte Krankheiten sowie das bei der Goldgewinnung nötige Quecksilber die Yanomami. Zusammen mit dem Militär und Polizeieinheiten versucht die FUNAI daher seit Oktober die Schürfer aus dem Reservat zu vertreiben, etwa 1.000 Personen wurden demnach schon aus der Region verwiesen. Diese Erfolge sind jedoch meist nur kurzfristig, da die Goldgräber oft von lokalen Politikern und Geschäftsleuten unterstützt werden, so die Hutukara Yanomami Association. Die nächste Goldgräbersiedlung befindet sich nur rund 25 Kilometer entfernt von der Moxihatetema-Gemeinschaft und verfügt sogar über eine Landepiste - was die nachhaltige Stilllegung des Bergbaus erschweren dürfte.




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