Die Polizei in Australien hat womöglich einen groß angelegten Terroranschlag verhindert. Nach eigenen Angaben nahm sie bei mehreren Razzien sieben Verdächtige fest. Sie hätten vermutlich an Weihnachten in Melbourne zuschlagen wollen. Zwei von ihnen sind wieder frei.
Melbourne, Australia
© David Gray / Reuters / ReutersMelbourne, Australia
Die Polizei in Australien hat nach eigener Darstellung einen drohenden Anschlag am Weihnachtstag in Melbourne verhindert. Bei einem Großeinsatz von rund 400 schwer bewaffneten Polizisten seien sieben Verdächtige festgenommen worden, teilten die Behörden mit. Es handele sich um sechs Männer und eine Frau, alle in den Zwanzigern.

Polizeisprecher Graham Ashton sagte, die Festgenommenen hätten vermutlich an Weihnachten mit Sprengstoff, Messern und Gewehren an mehreren Orten in Melbourne zuschlagen wollen, unter anderem auf den Bahnhof Flinders Street und Paulus-Kathedrale. Dabei sollte auch Sprengstoff eingesetzt werden. "Wenn uns dies durchgerutscht wäre, wäre es sicherlich ein folgenschwerer Anschlag geworden." Vier der Festgenommenen seien in Australien geboren und aufgewachsen. Sie hätten sich selbst radikalisiert und seien durch die Propaganda des sogenannten "Islamischen Staates" (IS) zu ihren Plänen inspiriert worden. Zwei der Festgenommen seien bereits wieder auf freiem Fuß, mindestens vier müssten sich aber am Freitag vor Gericht verantworten.

Regierungschef: "Dürfen uns nicht einschüchtern lassen"

Regierungschef Malcolm Turnbull sprach von einem "sehr schwerwiegenden" Anschlag zu Weihnachten, den die Polizei vereitelt habe. "Diese Terroristen wollten es (Weihnachten) zerstören. Sie wurden gestoppt." Und weiter: "Islamistischer Terrorismus ist eine globale Herausforderung, die uns alle betrifft. Aber wir dürfen uns nicht von Terroristen einschüchtern lassen", sagte Turnbull auch mit Erwähnung des Anschlags auf den Weihnachtsmarkt in Berlin, bei dem zwölf Menschen starben.

Vom IS inspiriert

Die Verdächtigen seien bereits seit einiger Zeit beobachtet worden, erklärte Polizeichef Ashton. Daniel Andrews, Regierungschef des Bundesstaates Victoria, kündigte zusätzlichen Polizeischutz für Melbourne für die Feiertage an. "Was hier geplant wurde, war nicht ein Akt des Glaubens oder des religiösen Bekenntnisses, sondern es war in seiner Planung eine Tat des Bösen, eine kriminelle Tat."