- Polizisten werden in Guben zu einem Beziehungskonflikt gerufen
- Ein Mann versuchte sich gewaltsam Zutritt zur Wohnung seiner Ex-Freundin zu verschaffen
- Als die Beamten eintrafen, wurden sie selbst von dem kampfsporterfahrenen Mann angegriffen und teilweise schwer verletzt
Bei dem Einsatz in einem Mehrfamilienhaus vor der Wohnungstür soll der in Berlin lebende 25-jährige Angreifer völlig unvermittelt auf die Beamten losgegangen sein.
Ein Kampfsportler gegen vier Beamte
Der Mann hatte nach Polizeiangaben bei einem Beziehungskonflikt versucht, in eine Wohnung zu gelangen, wo sich seine Ex-Freundin aufhielt. Als die Polizei eintraf, verletzte der ungebetene Besucher vier Beamte - drei Männer und eine Frau im Alter zwischen 36 und 56 Jahren.
Der Angreifer habe eine Kampfposition eingenommen und Schläge ausgeteilt, heißt es. Sowohl Pfefferspray als auch Schlagstockeinsatz hätten bei dem Mann zunächst keine Wirkung gezeigt. Zum Teil waren die Beamten kurz bewusstlos.
Eine neue Dimension der Respektlosigkeit
Die Polizei richtet sich jetzt in einem Appell auch an Sportvereine. Neben dem Lehren der Techniken für die Fitness müsse zugleich darauf geachtet werden, Grenzen deutlich zu machen, sagte der Leiter der Polizeidirektion Süd, Sven Bogacz. Bei dem Vorfall in Guben sei eine Grenze überschritten worden.
In einem Facebook-Post der Polizei Brandenburg heißt es: „Wir sind schockiert angesichts der außergewöhnlichen Gewaltbereitschaft, mit der unsere Kollegen in diesem Einsatz konfrontiert waren. Täglich sind Polizisten*innen für Ihre Sicherheit im Einsatz. Natürlich sind die Beamten bei der Fahrt zum Einsatzort auf Vieles gefasst. Doch der Fall in Guben war auch für erfahrene und gut trainierte Kollegen eine neue Dimension der Respektlosigkeit und Gewaltbereitschaft gegenüber Polizeibeamten.“
Überdurchschnittlicher Fitnessgrad
Am Ende waren an dem Einsatz den Angaben zufolge 19 Beamte beteiligt. Der Mann habe auch damit gedroht, ein Messer zu ziehen, es sei aber bei einer Drohung geblieben. Die vier verletzten Beamten wurden im Krankenhaus behandelt, sind aber laut Bogacz inzwischen wieder entlassen. Die drei männlichen Polizisten seien länger krankgeschrieben.
Seit dem fünften Lebensjahr betreibe der Täter Kampfsport und habe einen überdurchschnittlichen Fitnessgrad. Hinweise auf Alkohol- oder Drogeneinfluss bei dem Vorfall gebe es nicht.
dpa/ lwi




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