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Symbolbild
Der Skandal in einer Kaserne für Elitesoldaten in Pfullendorf in Baden-Württemberg offenbart neue Einzelheiten, wie der „Spiegel“ schreibt. Nun soll aus einem internen Bericht bekannt geworden sein, dass Ausbilder Frauen an einer Pole-Stange vortanzen ließen und diese auch noch im Genitalbereich abgetastet hätten.

Wie aus dem Ermittlungsbericht der Bundeswehr hervorgeht, seien die sadistischen Praktiken bei der Sanitäterschulung am Ausbildungszentrum Spezielle Operationen keineswegs Einzelfälle. „Vielmehr hielt eine ganze Unterabteilung für die Ausbildung — im Militärjargon Inspektion genannt — ihr mehr als erniedrigendes Lehrprogramm für völlig normal“, so der „Spiegel“. Dabei würden einige Verantwortliche bis heute die Praktiken verteidigen.

Durch einen weiblichen Leutnant seien Missstände an der Kaserne öffentlich geworden. Demnach sollen regelmäßig sadistische Praktiken durchexerziert worden sein, etwa „das komplette Ausziehen oder das Tamponieren des Analbereichs“.


Laut dem Ermittlungsbericht waren die Aktionen der Bundeswehrausbilder wohl sexuell motiviert. So schilderte eine Soldatin, die 2016 als Oberfähnrich nach Pfullendorf gekommen war, dass sie in einer Art Einstellungstest durch die Ausbilder gezwungen worden sei, an einer Pole-Stange vorzutanzen.

Auch weitere Details würden auf einen sexuellen Hintergrund hindeuten. Laut der Soldatin zwangen die Ausbilder ihre Schüler, sich im Hörsaal nackt auszuziehen. Dabei hätten sie bei den Frauen die nackten Brüste und den Genitalbereich ohne Handschuhe abgetastet.

Ende Januar hatte der „Spiegel“ berichtet, dass in einer Kaserne für Elitesoldaten in Pfullendorf abscheuliche Ausbildungspraktiken und Gewaltrituale aufgedeckt worden waren. Nach Angaben des Magazins bestätigten interne Ermittlungen, dass in der Kaserne bei der Ausbildung von Sanitätern anscheinend sexuell-sadistische Praktiken und Gewaltrituale unter Wachsoldaten an der Tagesordnung waren.