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Die Enthüllungsplattform WikiLeaks hat die CIA der Einmischung in die Präsidentschaftswahlen in Frankreich im Jahr 2012 beschuldigt. Der US-Geheimdienst soll Agenten eingeschleust und sämtliche politischen Kräfte unter die Lupe genommen haben.

Demnach war einige Monate vor den Wahlen angenommen worden, dass die Partei „Union für eine Volksbewegung“ des damaligen Staatschefs Nicolas Sarkozy ihre Macht nicht aufrechterhalten könnte. Darum machte es sich die CIA zur Aufgabe, zu inneren Tendenzen in der Partei sowie den persönlichen Sichtweisen von Sarkozy zu ermitteln. Selbst die Tatsache, dass er als proamerikanischer Politiker galt, habe ihn nicht gerettet.

Auch die Sozialistische Partei von François Hollande, der Front National von Marine Le Pen sowie die möglichen Siegerkandidaten Dominique Strauss-Kahn und Martine Aubry sollen bespitzelt worden sein.

Die Geheimdienstler sollen sich für die Lage in den führenden Parteien Frankreichs, deren Verbindungen zu Business-Eliten und ihre Finanzierung aus dem Ausland interessiert haben. Auch ihre Einstellung zur EU-Wirtschaftskrise sowie Frankreichs Rolle in der Lösung der Griechenland-Krise habe die CIA herausfinden wollen.

Die ganze Spionagetätigkeit der CIA dauerte WikiLeaks zufolge zehn Monate lang an und war erst nach der Zusammenstellung der neuen Regierung beendet worden.