Nach der Entdeckung prähistorischer Mikroben, die seit Jahrtausenden in Gipskristallen eingeschlossen lagen, ist es den Forschern gelungen, sie sogar wieder zum Leben zu erwecken.

Mikroben
© Mike Spilde
Das NASA Astrobiology Institute (NAI) hat ihre sensationelle Entdeckung gerade auf der vom 16. - 21. Februar stattfindenden Jahresversammlung der American Association for the Advancement of Science (AAAS) bekannt gegeben. Die außergewöhnlichen Organismen wurden in Gipskristallen gefunden, die sich in der mexikanischen Mine von Naica befinden - einem Ort, der zum Synonym für das Studieren des Lebens in extremer Umgebung geworden ist.


Zwar hatten die Forscher in der Vergangenheit schon einige Organismen an den Wänden des Bergwerkes entdeckt, doch das Unglaubliche an diesem Fall ist, dass es den Wissenschaftlern gelang, die Mikroben nach ihrer Extraktion aus den Kristallen wieder zum Leben zu erwecken. Und das, obwohl sie bereits seit 10.000 bis 50.000 Jahren darin gefangen lagen. „Es gibt zwar andere Menschen, die den Anspruch für sich erheben können, uralte Organismen zum Leben erweckt zu haben, doch in diesem Fall sind die Organismen alle besonders außergewöhnlich, denn sie weisen zu nichts eine engere genetische Verwandtschaft auf, was wir in unseren Gen-Datenbanken haben", erklärte Dr. Penelope Boston gegenüber »BBC News« die Besonderheit ihres Fundes.

Die Mine von Naica ist ein Erzbergwerk in der Nähe der Stadt Naica im mexikanischen Bundesstaat Chihuahua und wurde wegen ihrer Riesenkristalle, die während des Minenbetriebs im 19.Jahrhundert in den natürlichen Kavernen entdeckt wurden, weltberühmt. Diese gigantischen Kristalle bestehen aus einer Gipsvarietät namens Marienglas (Selenit) und eine dieser Kavernen, die den Namen »Höhle der Kristalle« erhielt, enthält sogar die größten uns bekannte Kristalle der Erde, die teils bis zu 14 m lang und 50 Tonnen schwer sind.

In der Mine gibt es insgesamt fünf Einzelhöhlen. Die bereits erwähnte Höhle der Kristalle dann noch die Höhle der Schwerter, Höhle Auge der Königin und Höhle der Kerzen. Alle Höhlen haben eines gemeinsam: Diese Berghöhlen gehören zu den lebensfeindlichsten Umgebungen auf der Erde. Alles, was dort überleben will, muss sich extremsten Bedingungen anpassen und sich permanenter Dunkelheit, 40 - 60 Grad Celsius heißer Umgebung und einer feuchten und säurehaltigen Luft aussetzen. Zudem ist jede Lebensform, die sich dort niederlässt, auf Chemosynthese angewiesen, um überleben zu können. Menschen können es nur sehr kurze Zeit in den Höhlen aushalten, weshalb sie aus Sicherheitsgründen eigentlich im Jahre 2009 sogar für Forscher und Journalisten gesperrt wurden.

Die Tatsache, dass die Mikroben, die jetzt in den Höhlen entdeckt wurden, auch nach Zehntausenden von Jahren wiederbelebt werden konnten, beweist, wie unglaublich belastbar Leben sein kann und ist den Astrobiologen bei ihrer Suche nach außerirdischen Lebensformen auf fremden Planeten eine wichtige Hilfe.