Im Royal Ontario Museum von Toronto haben Paläontologen zufällig eine bisher unbekannte urzeitliche Wurmspezies mit einzigartigen, gigantischen Kieferzangen entdeckt.

Websteroprion armstrongi
Die fosillen Überrreste von Websteroprion armstrongi
Wie im Wissenschaftsportal »Phys.org« berichtet wird, wurde das Fossil bereits im Juni 1994 von dem Geologen Derek K. Armstrong in der Kwataboahegan-Formation in Ontario entdeckt, doch seitdem lagerte der Borstenwurm unerkannt im Museum. Nun ist ein Forscherteam um der englischen University of Bristol, der schwedischen Lund University und des kanadischen Royal Ontario Museums dabei, den rund 400 Millionen Jahre alten Meereswurm genauer zu studieren. Schon jetzt können sie aber ableiten, dass der auf den Namen Websteroprion armstrongi getaufte räuberische Borstenwurm einst sicherlich bis zu einem Meter Körperlänge erreichen konnte. Darauf weisen vor allem seine einzigartigen, riesigen Kieferzangen mit über einem Zentimeter Länge hin, die man so noch nie unter den bisher bekannten Arten gesehen hat. Normalerweise haben die Kiefer solcher urzeitlichen Vielborster nur wenige Millimeter und sind nur unter dem Mikroskop erkennbar. Dennoch handelt es sich um ein bislang einmaliges Größenwachstum für fossile im Meer lebende Würmer.

Websteroprion armstrongi
Künstlerische Darstellung, wie Websteroprion armstrongi seine Beute gejagt haben könnte
Der Studienleiter Mats Eriksson von der Lund University präzisiert die Bedeutung des Fundes: „Gigantismus ist im Tierreich eine ökologisch aussagekräftige Eigenschaft, die normalerweise auf eine gewisse Dominanz hinweist.“ Und sein Kollege von der University of Bristol ergänzt: „Der Fund zeigt darüber hinaus, dass Gigantismus bei Kiefertragenden Vielborstern im Laufe der Evolution offenbar auf einen einzigen Ast des Wurm-Stammbaumes beschränkt war und mehrfach unabhängig voneinander aufgetreten ist.“