In Kürnach (Lkr. Würzburg) hat am Donnerstagabend ein Tornado 20 bis 30 Dächer abgedeckt, zwei Bäume umgeknickt und ein Gartenhaus umgeweht. Das teilte die Polizei Unterfranken mit. Verletzt wurde niemand.
Kurz nach 17.00 Uhr gingen bei der Einsatzzentrale des Polizeipräsidiums Unterfranken die ersten Notrufe ein. Ein Zeuge berichtete, dass das Dach einer Halle aufgrund starken Windes abgedeckt worden wäre. Daraufhin rückten Feuerwehr und Rettungsdienst aus. Bei Eintreffen der Einsatzkräfte stellte sich heraus, dass es wohl eine lokal begrenzte Windböe war, die in einer Schneise bei mehr als zwanzig Wohnhäusern Schäden an den Dächern verursachte. Außerdem wurden zwei größere Bäume entwurzelt und ein Gartenhaus umgeweht.

Vorübergehende Warnung auch für andere Landkreise

Der Tornado hatte sich zeitlich und räumlich begrenzt im Rahmen einer Gewitterzelle entwickelt. "Es ist eine einzelne kleine Zelle gewesen", so ein Meteorologe vom Deutschen Wetterdienst (DWD). Dieses eine Gewitter habe sich ausgehend vom Main-Kinzig-Kreis in Hessen gebildet und sei dann Richtung Würzburg weitergezogen, erläutert der Meteorologe weiter. Da das Gewitter zunächst auch innerhalb Unterfrankens noch weiterzog, bestanden vorübergehend Warnungen für die Landkreise Kitzingen und Neustadt a.d. Aisch-Bad Windsheim. Die Experten rechneten aber damit, dass sich das Gewitter schnell abschwäche.

Tornado kam nicht unerwartet

Tornados sind um diese Jahreszeit nicht ungewöhnlich. "Es war nicht unerwartet, aber nicht sehr wahrscheinlich", schilderte der DWD-Fachmann. "Die Grundbedingungen, dass Tornados auftreten, waren gegeben. In Kürnach hat es gereicht, dass die Winddrehungen vom Boden in die höheren Luftschichten so stark waren, dass sich ein Tornado hat ausbilden können."Neben Unterfranken hatten die Wetterexperten auch Südbayern im Blick - dort allerdings wegen Dauerregens. "Der hält am Alpenrand, vor allem rund um Berchtesgaden, noch an", sagte der Meteorologe am Abend. In der zweiten Nachthälfte rechnen die Experten mit deutlich weniger Regen. Am Freitagvormittag soll er ihrer Prognose zufolge größtenteils aufhören.