Einer der schlimmsten Schneestürme der jüngeren Vergangenheit zieht über die USA. Der Wetterdienst warnt die Menschen, nur in Notfällen vor die Tür zu gehen. Tausende Flüge fallen aus.

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Satellitenbilder zeigen das Ausmaß des Blizzards über der Ostküste der USA.
Mit voller Wucht hat Wintersturm "Stella" den Nordosten der USA getroffen. Schnee und Schneeregen gingen über weiten Teilen der Region nieder. Der nationale Wetterdienst gab eine 24-stündige Schneesturmwarnung aus, die für die Region von Connecticut bis New Jersey gilt und auch die Metropole New York einschließt. Betroffen sein dürfte aber die ganze Region von Maine im Norden bis Virginia im Süden und Ohio im Westen. Tausende Flüge wurden gestrichen, Schulen blieben geschlossen und auch der geplante Besuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel bei US-Präsident Donald Trump wurde wegen des erwarteten Unwetters verschoben.

Von der Küste bis zu den Appalachen, einem Mittelgebirge weiter landeinwärts, sei mit weiterem Schnee und starkem Wind zu rechnen, erklärte der US-Wetterdienst. Durch den Wintereinbruch drohten Stromausfälle und Verkehrschaos. Neben schweren Schneefällen seien Windgeschwindigkeiten von bis zu 80 Kilometern pro Stunde möglich, hieß es vom Nationalen Wetterdienst. "Das Sturmtief entwickelt sich explosionsartig mit Kern südlich von New York. Der Schneefall nimmt an Intensität weiter zu, zwischendurch sind aber auch Phasen mit Eisregen beziehungsweise gefrierendem Regen möglich", sagte n-tv Meteorologe Björn Alexander.


Für New York gab das Wetteramt eine Blizzard-Warnung heraus. Während des Sturms sei es an der Ostküste gefährlich hinauszugehen. "Reisen Sie nur in Notfällen", erklärte die Wetterbehörde. "Wenn Sie reisen müssen, nehmen Sie für den Notfall eine zusätzliche Taschenlampe, Essen und Wasser in ihrem Fahrzeug mit." Nach Angaben des Flugbeobachtungsdienstes FlightAware wurden wegen des bevorstehenden Sturms 6800 Flüge gestrichen, die meisten davon im Raum New York, Baltimore, Boston, Washington und Philadelphia. Das Fernbusunternehmen Greyhound strich im Nordosten der USA zahlreiche Verbindungen.

Big Apple ruft Notstand aus

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Harmlose Flöckchen in Brooklyn vor einigen Tagen - am heutigen Dienstag sollen es 60 Zentimeter werden
New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio rief für die 8,4-Millionen-Einwohner-Metropole den Notstand aus. Er warnte vor einem der schlimmsten Schneestürme in der jüngeren Vergangenheit. Sämtliche Schulen blieben geschlossen. Auch die Vereinten Nationen stellten vorerst den Dienst ein: "Das UN-Hauptquartier ist am Dienstag wegen des erwarteten schlechten Wetters im Raum New York geschlossen", twitterte die Pressestelle von UN-Generalsekretär Antonio Guterres. Wall-Street-Mitarbeiter wollten von zu Hause aus arbeiten.

"Bis zum Abend fallen in und westlich von New York rund 50 Zentimeter Schnee. Dazugibt es Sturm und Temperaturen knapp unter 0 Grad. In der Nacht lassen die Schneefälle nach und verlagern sich weiter nach Nordosten", sagte Alexander weiter. Allein im Bundesstaat New York stehen Hunderte Einsatzfahrzeuge sowie mehr als 400.000 Tonnen Streusalz bereit, um Straßen zu räumen und schnell wieder befahrbar zu machen.

In der Hauptstadt Washington droht nach Behördenangaben ein Großteil der berühmten Kirschblüte angesichts des Kälteeinbruchs einzugehen. Im Januar 2016 hatte der inoffiziell "Snowzilla" genannte Schneesturm "Jonas" den Osten der USA größtenteils lahmgelegt. Dutzende Menschen kamen damals ums Leben.

Quelle: lsc/rpe/AFP/dpa