Ein US-amerikanisches Archäologenteam hat im mexikanischen Tal von Oaxaca die Überreste eines alten Palastes ausgegraben, dessen Alter auf eine Epoche weit vor den Azteken datiert wird.

© Elsa M. Redmond, Charles Spencer
Das Tal von Oaxaca befindet sich im mexikanischen Bundesstaat Chiapas und liefert unseren Wissenschaftlern seit Jahrzehnten wichtige Informationen über untergegangenen Zivilisationen. Es beherbergt vor allem auch die bedeutende archäologische Ausgrabungsstätte El Palenque, wo nun im Norden des Platzes die Überreste eines alten Palastes ausgegraben wurden. Der einstige Prachtbau wurde auf ein Alter zwischen ca. 2.100 bis 2.300 Jahre datiert und man nimmt an, dass es als Wohn- und Handelszentrum eines Königs aus einem alten Reich lange vor der Aztekenherrschaft (zwischen 14. und frühen 16. Jahrhundert) diente.

Wie die Forscher des American Museum of Natural History im Fachjournal Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS) berichten, ist der Palast noch recht gut erhalten und bedeckt eine Fläche von ungefähr 2.790 Quadratmetern. Er besaß nicht nur Wohnquartiere für den Herrscher und seiner Familie, sondern auch Geschäftsräume, eine Treppe, einen Essbereich und eine Opfer- oder Ritualstätte. Die Forscher berichten, dass die Bautechniken, die angewendet wurden, darauf hindeuten, dass die Bauherren ihrer Zeit voraus waren und dass der Bau selber ein enormer Aufwand gewesen sein muss, der beträchtliches Organisationtalent voraussetzte. Auch würde seine gewaltige Größe zeigen, dass dem Herrscher eine Menge Arbeitskräfte zur Verfügung standen. Die Wissenschaftler merken zudem an, dass ihnen in einigen Teilen des Palastes interessante Details aufgefallen wären. So würde man Zisterne zum Sammeln von Regenwasser in den Wohnquartieren erkennen können und sogar Rinnen, die man in den Stein gehauen hat, um sich mit frischem Wasser zu versorgen oder Abfälle zu beseitigen.

Die Forscher glauben, dass dieser Palast von einer Zivilisation errichtet wurde, die in Oaxaca lebte und zu den ältesten Staaten gehörte, die in Mesoamerika entstanden. Die an der Ausgrabungsstätte erhaltenen, neuen Erkenntnisse würden die gängige Theorie über die Entstehung organisierter Staaten in Mesoamerika bestätigen, so die Wissenschaftler.