Wüstenstürme über Nordafrika tragen Sahara-Staub nach Europa. Bislang ärgerten sich die Deutschen vor allem über die rötlichen Ablagerungen auf Autos, Fenstern und Gartenmöbeln. Jetzt haben Experten den Staub genauer untersucht - mit erschreckenden Erkenntnissen.
© NASA/NOAA/DoD Suomi NPP/VIIRS
Der 2014 aus der Sahara nach Mitteleuropa gewehte Staub ist möglicherweise gefährlicher als bisher angenommen. In den Ablagerungen des Staubs haben Forscher aus Italien und Österreich unerwartet viele und vielfältige Mikroorganismen wie Bakterien und Pilze aus der Wüste gefunden. Tobias Weil, Leiter des Forscherteams aus Geologen, Meteorologen und Mikrobiologen, sagte dem Fachjournal Microbiome: „Wenn sich die Pilze etablieren, können sie eine Gefahr darstellen.“

Im Winter könnten sich die Partikel in Eis- und Schneeschichten bedenklich anhäufen, heißt es in dem Bericht. Die möglichen Folgen: Eine Verdrängung heimischer Arten und ein erhöhtes Gesundheitsrisiko für Menschen, Tiere und Pflanzen. Die Forscher empfehlen weitere Untersuchungen, um besser einschätzen zu können, wie groß diese Gefahr tatsächlich ist.

kom