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Prag (Tschechische Republik) - Durch die Simulation der Bedingungen auf der jungen Erde konnten tschechische und französische Wissenschaftler zeigen, dass elektrische Entladungen oder aber eine mittels eines Lasers erzeugte Schockwelle in der auch als „Ursuppe“ bezeichneten Mischung anorganischer einfacher chemischer Substanzen der frühen Erde alle für das Leben notwendigen Biomoleküle der RNA und eine Aminosäure entstehen zu lassen.

Schon vor rund 60 Jahren konnten Stanley Miller und Harold Clayton Urey gemeinsam in dem nach ihnen benannten Miller-Urey-Experiment zwar nachweisen, dass unter den simulierten Bedingungen der Ur-Erde sich verschiedene Aminosäuren bilden können. Allerdings blieb das Experiment die Frage schuldig, ob dabei auch sogenannte RNA und damit der Vorläufer der DNA entstehen konnte.

Wie Forscher um Martin Ferus von der Tschechischen Akademie der Wissenschaften und Fabio Pietrucci von der Pariser Université Pierre et Marie Curie aktuell im Fachjournal Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS; DOI: 10.1073/pnas.1700010114) berichten, haben sie Ureys und Millers Ansatz erneut aufgegriffen, die Bedingungen auf der jungen Erde nachgestellt.

Durch die Dreingabe simulierter Blitze durch Elektrizität und einer mittels Laser erzeugten Schockwelle entstand in den aktuellen Exprimenten innerhalb der „Ursuppe“, also einer Ur-Atmosphäre aus Ammoniak, Kohlenmonoxid und Wasserdampf über einer simulierten Oberfläche aus Tonerden und Wasser dann tatsächlich mit vier der für die RNA notwendigen Bausteinen und einer Aminosäure sozusagen die Grundlage des heutigen irdischen Lebens - und das auch ohne die Hinzugabe zusätzlicher Katalysatoren oder exotischer Ausgangsstoffe.

Somit könnten neben Blitze also auch Asteroiden und Kometen nicht nur die chemischen Bausteine und das Wasser selbst auf die junge Erde gebracht, sondern auch die notwendige Energie zur Entstehung der RNA geliefert haben.