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Pilzgeflecht könnte nach Auffassung der russischen Wissenschaftler vom Institut für Radiotechnik und Elektronik und vom Institut für Biochemie und Pflanzenphysiologie als Sensor einer „Digitalnase“ verwendet werden.

Laut ihren Forschungen reagiert das Geflecht des Pilzes Lentinula edodes selbst auf winzige Spuren von Ammoniak und Formaldehyd in der Luft. Ein diesbezüglicher Beitrag wurde im Fachmagazin Sensors And Actuators B-Chemical veröffentlicht.

Modernen Gasmessgeräten bzw. „Digitalnasen“ liegt die Möglichkeit der Veränderung von physischen Eigenschaften diverser Stoffe beim Zusammenwirken mit chemischen Stoffen in der Luft zugrunde.

Die russischen Forscher haben eine grundsätzliche neue, einmalige Vorgehensweise entwickelt: Als Stoffe für das Feststellen von Luftverschmutzungen könnten biologische Objekte verwendet werden, und zwar ein Pilzgeflecht. Bisherige Forschungen haben bestätigt, dass dies prinzipiell möglich ist.

Das Arbeitsprinzip des Sensors ist ziemlich einfach: Wenn der Gasgehalt (zum Beispiel von Ammoniak, Formaldehyd oder Kohlenstoff) in der Luft größer wird, verändert sich die Zusammensetzung des Pilzgeflechts, und dann verändert sich auch seine Elastizität und elektrische Leitfähigkeit. Wenn eine solche Folie auf einem akustischen Sensor angebracht wird, wird er diese Veränderung feststellen.

Das Pilzgeflecht reagiert auf Veränderungen der Atmosphäre viel besser als die menschliche Nase. Die „Kunstnase“ kann beispielsweise eine Veränderung des Gehalts von Giftgasen um wenige Prozentbruchteile bemerken und vor damit verbundenen Gefahren warnen.

Pilze können auf mehrere chemische Beimengen in der Luft reagieren, und deshalb steht in diesem Zusammenhang die Aufgabe, gerade das nützliche Signal zu bemerken, das vor dem Gehalt eines gewissen Gases in der Luft warnt. Auf Basis des Pilzgeflechts muss also eine solche spürbare Folie entwickelt werden, die nur auf ein ganz bestimmtes Gas reagiert.

Zum nächsten Schritt auf diesem Weg soll die Entwicklung von Sensorprototypen auf Basis von Folien aus verschiedenen Pilzgeflechten werden. Das könnte eine äußerst wichtige Rolle für die Entwicklung einer vollwertigen „Digitalnase“ spielen, die die Spuren von einzelnen Gasen aufspüren könnte.