tote Galaxie ZF-COSMOS-20115
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Künstlerische Darstellung von ZF-COSMOS-20115
Ein internationales Astronomenteam hat eine bisher einzigartige Entdeckung gemacht: Eine gigantische Galaxie die völlig inaktiv ist.

Unter der Leitung von Professor Karl Glazebrook, Direktor des Centre for Astrophysics & Supercomputing in Swinburne (Australien), und mit Hilfe der Teleskope des W.-M.-Keck-Observatoriums auf Hawaii entdeckten die Astronomen in 12 Milliarden Lichtjahren Entfernung eine Galaxie mit enormer Dichte und Größe, die ihnen Rätsel aufgibt. Denn »ZF-COSMOS-20115« ist nicht nur die älteste bisher gefundene rote Galaxie, sondern sie steht auch im Widerspruch mit unserem Standardmodell der galaktischen Evolution. Rote Galaxie sind tote Galaxien, denn da ihre Sterne nicht mehr aktiv sind, leuchten sie immer röter, während junge und heiße Sterne blau leuchten.


ZF-COSMOS-20115 hörte sehr früh und plötzlich mit der Produktion von neuen Sternen auf, als das Universum gerade erst 1,65 Milliarden Jahre alt war. So kühlte sie in der Folge ab, was letztlich zu ihrem kosmischen Tod führte und für jede uns bekannte Lebensform unbewohnbar wurde. Das ist äußerst ungewöhnlich, da nach unserem astrophysikalischen Verständnis ZF-COSMOS-20115 mit ihrem jungen Alter eigentlich neue Sterne wie am Fließband produzieren sollte.

Ein weiteres Rätsel ist, wie es ZF-COSMOS-20115 trotz ihres schnellen Todes geschafft hat, drei Mal mehr Sterne entstehen zu lassen, als unsere Milchstraße (in Relation gesehen). Auch das widerspricht unserem Standardmodell der Astrophysik, da Galaxien mit diesem Alter nicht so massiv sein dürften. Die einzige Erklärung, die unsere Wissenschaftler dafür haben, wäre, dass sich die Sterne in ZF-COSMOS-20115 in weniger als 100 Millionen Jahren gebildet haben. Diese riesige Galaxie bildete sich praktisch wie ein Böller in weniger als 100 Millionen Jahren, genau zu Beginn der kosmischen Geschichte. Es formte schnell ein enormes Gebilde, das dann genauso plötzlich wieder erlosch und sich verging. Darüber, wie es geschah, können wir nur spekulieren. Dieses schnelle Leben und Tod im frühen Universum kann nicht mit unseren modernen Galaxien-Entstehungstheorien erklärt werden", sagte Professor Glazebrook im SciTechDaily.