Eric Prince Gründer Blackwater
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Schon erstaunlich, der frühere US-Justizminister und jetzige Vorstand der privaten Antiterroreinheit Blackwater, die jetzt Constellis Holdings heißt, John Ashcroft, soll das Emirat Katar im Konflikt mit Saudi-Arabien beraten. Das Honorar: 2,5 Millionen Dollar. Und die Constellis Holdings steht mit TigerSwan in Verbindung, die wiederum mit militärartigen Anti-Terror-Maßnahmen bei den Protesten von Standing Rock für Schlagzeilen sorgte.

In den vergangenen Wochen sollen die Zuständigkeitsbereiche der privaten Security und Antiterroreinheit TigerSwan erweitert worden sein und zwar beinhaltet das auch die Überwachung von aktivistischen Netzwerken, die sich nur geringfügig auf die Pipeline beziehen, sondern auch die „Anti-Trump“ -Proteste mit einbeziehen.

Was 2007 begann, um im Irak und in Afghanistan als „Söldner“ tätig zu sein, zieht sich jetzt auch durch Aufträge von Konzernen fort. Proteste sind unerwünscht, kommt uns bekannt vor. Wir erinnern uns an Fälle von Monsanto und Blackwater, wobei diese private Security- und Antiterroreinheit sich mehrfach umbenannt hat. Der ehemalige Gründer von Blackwater, Eric Prince, ist mittlerweile zurück in den USA und arbeitet für Donald Trump. Erik Prince ist der Bruder von Donald Trumps Bildungsministerin.

Die Delta Force - US ist die wahrscheinlich am besten finanzierte Spezialeinheit der Welt.

Sie kann jede Waffe und jeden Ausrüstungsgegenstand ohne große Probleme haben. Genau aus dieser Einheit kommt James Reese, der Gründer der TigerSwan, einer privaten Security-Firma, die in 46 Ländern aktiv ist. Der Hauptsitz der Firma befindet sich in Apex, North Carolina, und Büros befinden sich auch im Irak, in Afghanistan, Jordanien, Saudi Arabien, Libyen, Nigeria, Indien, Lateinamerika und Japan.

James Reese gründete TigerSwan 2007, zur gleichen Zeit, da sich Blackwater USA in Blackwater Worldwide umbenannte. Die Mitarbeiter von Blackwater waren für schuldig befunden worden, 2007 in Bagdad 17 unbewaffnete Iraker getötet zu haben.

Dass Tigerswan die Möglichkeiten besitzt, auch das soziale Netzwerk zu analysieren, sollte bereits seit 2012 bekannt sein, denn da gab James Reese die Kooperation mit Saffron Technology bekannt. Hier ist Gayle Sheppard General Manager von Saffron Technology bei Intel. Das Unternehmen beschäftigt sich nicht nur mit Datenanalyse, sondern auch mit den Themen künstliche Intelligenz und kognitives Computing sowie ihre Auswirkungen auf Industrie und Wirtschaft.

Saffron Technology wurde von den ehemaligen IBM-Mitarbeitern Jim Fleming und Manuel Aparicio gegründet.


Blackwater wurde im Jahr 1997 von Erik Prince, einem ehemaligen Angehörigen der United States Navy Seals, gegründet. Nach veröffentlichen Dokumenten, die zeigten, dass Blackwater-Angestellte schwere Misshandlungen im Irak begangen hatten, einschließlich der Ermordung von Zivilisten, verkaufte Prince das Unternehmen mitsamt dem Training Center in North Carolina an eine Investorengruppe. Nach dem Verkauf von Blackwater im Jahr 2010 und dem Umzug nach Abu Dhabi - wo er Berichten zufolge eine Söldner-Einheit (Paywall) für die Regierung aufgestellt hat - ist Prince aktuell Vorstand der Frontier Services Group (FSG) und für China tätig, u. a. auch für die Chinesen in Afrika. Er ist der Bruder der ehemaligen US-Bildungssekretärin und jetzigen Bildungsministerin der Vereinigten Staaten in der Regierung von Präsident Donald Trump, Betsy DeVos. Diese familiäre Verbindung war für Blackwater bei der Sicherung von schätzungsweise 2 Milliarden Dollar an Verträgen, vor allem im Irak und in Afghanistan, hilfreich. Unter „Logistik“ und „Vermögenswerten“, wie sich das neue Unternehmen von Prince versteht, kann man auch Ausbildung chinesischer Söldner verstehen, dort, wo die chinesische Armee (PLA) nicht „arbeiten“ kann.

Blackwater heißt jetzt nicht mehr Academi, sondern „Constellis Holdings“

Ende 2011 erfolgte die erneute Umbenennung in Academi. Im Jahr 2014 wurde Academi mit Triple Canopy und sechs weiteren Militärdienstleistern aufgekauft und unter Constellis Holdings, Inc. zusammengefasst. Weltweit hat Constellis etwa 20 Büros und mit den zahlreichen zugekauften Militärdienstleistern wurde das Unternehmen zu einem der weltweit größten privaten militärischen Dienstleister. Vorstand dieses Unternehmens ist John Ashcroft, der jetzt das Emirat Katar im Konflikt mit Saudi-Arabien beraten soll.

Als Vorstandsvorsitzender von Constellis beaufsichtigt Jason DeYonker die strategische Ausrichtung des Unternehmens und den weltweiten Betrieb mit mehr als 8000 Mitarbeitern. Von 1998 bis 2002 leitete er das Finanzportfolio von Erik Prince, dem Gründer von Blackwater.

Aufsichtsratsmitglieder von Constellis sind unter Anderem:
  • John Ashcroft, ehemaliger US Justizminister
  • Dame Glynn Evans, britische Diplomatin und ehemalige Botschafterin
  • Eric J. Boswell, Berater im US Außenministerium, ehemaliger Botschafter und Leiter des Diplomatic Security Service
  • Ian McCredie, Vice President Corporate Security bei Royal Dutch Shell
  • John Yourston, ehemaliger Berufssoldat des britischen Special Air Service und Berater von Royal Dutch Shell,
  • Jose A. Rodriguez, ehemaliger Direktor des National Clandestine Service der CIA
  • Mark T. Kimmitt, ehemaliger stellvertretender Sekretär für politisch-militärische Angelegenheiten im US-Außenministerium
Die Sicherheitsbranche ist ein boomender Wachstumsmarkt. Auch in Deutschland gibt eine solche Einheit: ASGAARD German Security Group ist ein international operierendes Sicherheitsunternehmen.

Auch ASGAARD wurde 2007 gegründet.

Das Unternehmen führt Personenschutz- und Objektschutzaufträge mit Schwerpunkt auf Krisengebieten durch. Darüber hinaus bildet ASGAARD Angehörige staatlicher Sicherheitskräfte weltweit aus. ASGAARDs Forschungs- und Entwicklungsabteilung fertigt eigene Drohnen an, individuell auf den Bedarf des Kunden ausgerichtet. Darüber hinaus bietet das Unternehmen eine Auswahl von Drohnen / UAV’s europäischer Marktführer an, auf Wunsch mit Bedienungspersonal und Wartung für kurzfristige als auch langfristige Einsatzbereitschaft, sowie Leasing- und Finanzierungsmöglichkeiten.
Wir haben die folgende Enthüllung für Sie übersetzt, denn die internen Berichte und geheimdienstlichen Informationen enthalten Dutzende von DAPL-Gegnern. Einige von ihnen sind bekannte Aktivisten, während andere weniger Bezug zur Wasserschutzbewegung haben. Die Autoren dieser Berichte schreiben oft über gruppendynamische Vorgänge unter den Protestierenden, darunter Haltung[sdifferenzen] und [mögliche] interne Machtkämpfe, und sie spekulieren über gewalttätige oder illegale Aktionen, die gewisse Individuen mit möglichen Waffen durchführen könnten. Unter den Dokumenten gibt es [auch] eine Liste von Personen „von besonderem Interesse“ sowie andere Unterlagen, anhand derer man Personen identifizieren kann, wie Fotos oder Nummernschilder.

Geleakte Dokumente enthüllen: Anti-Terror-Taktiken wurden in Standing Rock angewendet, „Aufstände um die Pipeline niederzuschlagen“

Alleen Brown, Will Parrish, Alice Speri theintercept.com

Eine undurchsichtige und gewinnträchtige Firma, bekannt unter dem Namen TigerSwan, nahm die Bewegung gegen die Dakota Access Pipeline ins Visier mit militärartigen Anti-Terror-Maßnahmen. Sie kollaborierte dabei eng mit der Polizei in wenigstens fünf Bundesstaaten. Das zeigen interne Dokumente, die The Intercept erhalten hat. TigerSwan war ursprünglich ein Auftragnehmer des US-amerikanischen Militärs und des Außenministeriums. Die Dokumente zeigen das erste detaillierte Bild davon, wie TigerSwan auf Geheiß seines Kunden Energy Transfer Partners, der die Dakota Access Pipeline baut, auf die Bewegung der Indigenen reagierte, die alles daran setzen, dieses Projekt zu stoppen.

Interne Nachrichten von TigerSwan beschreiben diese Bewegung als „einen durch Ideologie angetriebenen Aufstand mit einer starken religiösen Komponente“ und vergleichen die Wasserschützer mit Dschihadisten. Ein Bericht vom 27. Februar 2017 konstatiert, dass zu erwarten sei, dass „Einzelne, die für diese Bewegung, die aktiv dieses ‚Dschihadisten-Modell‘ praktizierte, kämpften und sie unterstützten, auch nach ihrem Zusammenbruch weiterhin in Form von Aufständen und Anschlägen tätig sein würden.“ Der Bericht zieht Vergleiche mit Afghanistan nach der Besetzung durch die Sowjets und warnt: „Wir müssen damit rechnen dass die Anti-DAPL-Diaspora weiterhin anhält. Daher sind aggressive Vorbereitungen des Schlachtfelds und eine aktive Koordination von Geheimdienst und Sicherheit eine bewährte Methode zur Niederschlagung der Aufstände um die Pipeline.

Mehr als 100 interne Dokumente, die durch eine Vertragsfirma von TigerSwan an The Intercept weitergegeben wurden, sowie eine Reihe von mehr als 1000 Dokumenten, die durch Anfragen bei Behörden erhalten wurden, enthüllen, dass TigerSwan eine private Security-Maßnahme anführte, die eine dramatische und invasive Überwachung von Protestierenden beinhaltete.

Die Überwachung ist zunehmend militarisiert worden und bundesstaatliche Gesetzgeber im Land verabschieden Gesetze, die Protestierende kriminalisieren. Dass eine private Sicherheitsdienstfirma von einer Fortune 500-Ölgesellschaft beauftragt worden war, die nun ihre Arbeit per Gesetzesvollstreckung seitens örtlicher, bundesstaatlicher und staatlicher Behörden durchführt, um die Protestbewegung zu untergraben, ist zutiefst antidemokratisch. Die zugespielten Materialien heben nicht nur TigerSwans militaristische Vorgehensweise zum Schutz der Interessen ihres Klienten hervor, sondern auch den vom profitgesteuerten Gebot der Firma, die gewaltlose Bewegung für den Schutz des Wassers als unberechenbar und bedrohlich darzustellen, um auf diese Weise die andauernde Notwendigkeit außergewöhnlicher Sicherheitsmaßnahmen zu rechtfertigen. Energy Transfer Partners hat TigerSwan weiterhin beauftragt, lange nachdem die meisten Protestierenden das Camp in North Dakota verlassen hatten. Neueste Berichte von TigerSwan betonen eine Bedrohung durch wachsenden Aktivismus rund um andere Pipelineprojekte im ganzen Land.

Die zugespielten Dokumente beinhalten Situationsberichte, die von Funktionären TigerSwans in North Dakota, South Dakota, Iowa, Illinois und Texas zwischen September 2016 und Mai 2017 erstellt und an Energy Transfer Partners wurden. Sie liefern tägliche Momentaufnahmen der Aktivitäten der Sicherheitsdienstfirma, darunter detaillierte Zusammenfassungen des Vortags und der gezielten Überwachung der Aktivisten, geheimdienstliche Aktivitäten zu aufkommenden Protesten und Informationen, die den sozialen Medien entnommen worden waren. Die Dokumente beweisen auch, dass aus der Luft und durch Abhörung überwacht wurde. Auch wurden Spione in die Camps und die Aktivistenkreise eingeschleust.

TigerSwan wurde um einen Kommentar hierzu gebeten, aber reagierte bislang nicht. Energy Transfer Partners lehnte einen Kommentar in einer E-Mail an The Intercept mit der Begründung ab, sie diskutierten nicht „Details unserer Sicherheitsmaßnahmen“.
Spionage-Updates durch TigerSwan

Ein Screenshot von einem der „täglichen Spionage-Updates“ durch TigerSwan, die an Mitglieder des Gesetzesvollzugs weitergeleitet wurden.
Zusätzliche Dokumente, die mittels Anfragen bei Behörden erhalten wurden, enthalten Kommunikationen unter Beamten des FBI, des Department of Homeland Security, des Justizministeriums, des Marshals Service [einer Behörde des Justizministeriums], des Bureau of Indian Affairs sowie unter örtlichen und bundesstaatlichen Polizeibeamten. Die „Intel-Gruppe“, wie sie von ihren Mitgliedern genannt wird, überwachte die Proteste in North Dakota in Echtzeit, scheffelte Informationen über die Wasserschützer aus sozialen Netzwerken und gaben geheimdienstliche Erkenntnisse untereinander weiter. Zu diesen von den Behörden freigegebenen Dokumenten gab es tägliche „geheimdienstliche Updates“ durch TigerSwan, die an Beamte des Gesetzesvollzugs weitergegeben wurden. So entstand ein Großfahndungsnetz auf Basis öffentlich-privater Partnerschaft. In den internen Situationsberichten berichten Funktionäre TigerSwans regelmäßig über ihre Koordination und ihren Informationsaustausch mit Gesetzesvollstreckern. Die Intel-Gruppe ging sogar so weit, ein Live-Video von einem privaten Dakota Access Security-Hubschrauber zu verwenden, um die Aktionen der Protestierenden zu überwachen. In einem [anderen] Bericht schreibt TigerSwan von einem Treffen mit Ermittlern des Generalstaatsanwalts von North Dakota. Das Büro des Generalstaatsanwalts wollte dies nicht kommentieren.
Die internen Berichte und geheimdienstlichen Informationen enthalten Dutzende von DAPL-Gegnern. Einige von ihnen sind bekannte Aktivisten, während andere weniger Bezug zur Wasserschutzbewegung haben. Die Autoren dieser Berichte schreiben oft über gruppendynamische Vorgänge unter den Protestierenden, darunter Haltung[sdifferenzen] und [mögliche] interne Machtkämpfe, und sie spekulieren über gewalttätige oder illegale Aktionen, die gewisse Individuen mit möglichen Waffen durchführen könnten. Unter den Dokumenten gibt es [auch] eine Liste von Personen „von besonderem Interesse“ sowie andere Unterlagen, anhand derer man Personen identifizieren kann wie Fotos oder Nummernschilder.
Aus den Situationsberichten geht auch hervor, dass TigerSwan gezielt und bewusst Falschinformationen kreierte und Kritik an den Protesten in den Sozialen Netzwerken verbreitete. The Intercept veröffentlicht eine erste Reihe von TigerSwans Situationsberichten vom September 2016, die die ersten Aktionen der Firma beschreiben. Wir veröffentlichen auch zwei zusätzliche Situationsberichte vom 16. Oktober und vom 5. November sowie PowerPoint-Präsentationen für die Gesetzesvollstrecker, die mit diesen Datenkorrespondieren. Die Namen der Privatpersonen, deren Namen noch nicht in den Berichten der Behörden stehen oder die einer Veröffentlichung ihres Namens nicht zugestimmt haben, haben wir unkenntlich gemacht. The Intercept wird die weiteren Situationsberichte und andere Kommunikationen in den kommenden Wochen veröffentlichen, aus denen hervorgeht, dass das FBI die Gesetzesvollstrecker unterstützte, seit im letzten Sommer die Proteste um die geplante Pipeline aufflammten.

[...]
Soldaten
Ocetti Sakowin
Polizisten bewachen eine Brücke beim Camp Ocetti Sakowin am Rand des Reservats Standing Rock der Sioux außerhalb von Cannon Ball, North Dakota, 3. Dezember 2016
Eine öffentlich-private Partnerschaft

Es begann im April letzten Jahres damit, dass indigene Aktivisten sich selbst Wasserschützer nannten und diese mit ihren Verbündeten monatelang versuchten, den Bau der 1886 km langen Dakota Access Pipeline zu verhindern, die nahe dem Reservat der Standing Rock Sioux verläuft und drei weitere Staaten durchquert. Gegner der Pipeline standen einem schwer bewaffneten Polizeiapparat gegenüber, bestehend aus örtlicher, bundesstaatlicher Polizei, Sheriffs, Polizei des Amts für indianische Angelegenheiten und Truppen der Nationalgarde. Die Polizei verwendete sogenannte nichttödliche Waffen gegen die Demonstranten wie Gummigeschosse, Bohnengeschosse, Schallkanonen und Wasserwerfer. jedoch war es die Brutalität der privaten Security-Beamten, die als erstes ]Wut unter den Protestierenden hervorrief. Am Wochenende des Labor Day [[erster Montag im Dezember] filmten Vertreter von Democracy Now!, wie Sicherheitskräfte friedliche Demonstranten mit Hunden angriffen. Nach diesem Vorfall wandte sich Energy Transfer Partners an TigerSwan [...], um die Arbeit der anderen Sicherheitsfirmen zu überwachen, die man im Zusammenhang mit dem Protestcamp angeheuert hatte. Dokumente zeigen, dass sich unter den anderen Firmen Silverton, Russell Group of Texas, 10 Code LLC, Per Mar, SRC, OnPoint und Leighton befanden.
TigerSwan ist in Apex, North Carolina, beheimatet. Die Firma wurde durch den pensionierten Colonel James Reese gegründet, als der Irakkrieg in vollem Gange war. Reese war Kommandant in einer Eliteeinheit für besondere Operationen, die unter dem Namen Delta bekannt war. Danach stieg er in das boomende Geschäft der privaten Sicherheits- und Spionageindustrie ein in der Hoffnung, mit Blackwater konkurrieren zu können, der damals erfolgreichsten privaten Security-Gesellschaft, die die Kriegsbemühungen der USA im Mittleren Osten und in Afghanistan unterstützte. TigerSwan hat schätzungsweise 350 Angestellte und unterhält Büros im Irak, in Afghanistan, Saudi Arabien, Indien, Lateinamerika und Japan.
Unterlagen des Private Investigation and Security Board von North Dakota zeigen, dass TigerSwan in North Dakota für die gesamte Sicherheitsgewährung der Pipeline ohne Lizenz gearbeitet hat. In einer Information an das Board behauptet die Firma: „Wir stellen Management- und IT-Beratung für unsere Klienten und führen keinerlei Security-Maßnahmen durch“. Im September [...] wurde durch das Board nachträglich um eine Lizenzanforderung gebeten.

TigerSwan tat dies, aber das Board lehnte sie am 19. Dezember ab. Auf James Reeses Beschwerde hin antwortete der Leiter des Boards am 10. Januar, TigerSwan sei den Bitten des Boards um Informationen hinsichtlich TigerSwans und Reeses Aktivitäten innerhalb von North Dakota nicht nachgekommen. Weder TigerSwan noch das Board reagierten auf Nachfragen zum gegenwärtigen Status der Firmenlizenz.

TigerSwan kam Klägern zu Hilfe, indem es Beweismaterial gegen Pipelinegegner sammelte - gemäß einem Dokument vom 16. Oktober, das durch Anfrage an die Behörde gegeben wurde.

[..]

Einem zugespielten Bericht vom 14. September 2016 zufolge [...] plante TigerSwan Databasen mit POI - Persons of Interest sowie eine Zusammenarbeit mit dem Geheimdienst. Ferner wertete es zusammen mit dem Amt für Verbrechensbekämpfung von North Dakota Videos und Fotos aus, um Beweise für eine Strafverfolgung zu sammeln.

[...]
Aktivisten des Camps wurden vom Helikopter aus gefilmt. das Filmmaterial wurde live den Polizeibehörden zugespielt - so eine E-Mail vom 12. Oktober, die auch Beamte des FBI, des DHS, des BIA, der bundesstaatlichen und der örtlichen Polizei erhielten. In einer der E-Mails lobte Terry Van Horn, Spezialist für Nationale Sicherheitsspionage des US-amerikanischen Staatsanwaltsbüros, seinen direkten Zugang zu dem Videomaterial, das die Bewegungen der Protestierenden während einer Demonstration zeigte.
[...]

„Ich fühle mich geehrt, dass sie [= die Sicherheitskräfte] uns für eine solch große Bedrohung ansahen“, teilte Ed Fallon, ein Aktivist, der mehrmals in den TigerSwan-Dokumenten erwähnt wird, The Intercept mit.

Mit der Ausdehnung der Wasserschutzbewegung von North Dakota auf andere Staaten expandierte auch die Überwachung. So deutet ein Bericht vom 29. März auf ein Treffen zwischen TigerSwan und dem Büro des FBI in Des Moines [Iowa], dem auch Büros aus Omaha [Nebraska] und Sioux Falls [South Dakota] zugeschaltet waren.

[...]

Themen dieses Treffens waren der Kampf gegen die „Bedrohung“ der Pipeline, das Koordinieren der Sicherheitsmaßnahmen und die „Persons of Interest“ [s. o.]

Situationsberichten von TigerSwan zufolge ging seiner Meinung nach die Polizei oftmals viel zu lasch mit den Protestierenden um und sie versuchten, die Beamten von härteren Strafmaßnahmen zu überzeugen.

[...]

TigerSwan Webseite

Bild aus der Webseite von TigerSwan mit der Überschrift „Sicherheitsdienst und Sicherheit: Umgang mit Verwundbarkeit“
Finden, Richten, Eliminieren

TigerSwans interne Dokumente beschreiben seine Verwendung der Luftüberwachung durch Hubschrauber und Drohnen [...]

Der Situationsbericht vom 12. September bemerkt, dass eine Arbeit von Bauarbeitern durch einen Predator [=Drohnenart] überwacht wurde, der an das JEJOC aus Oklahoma ausgeliehen worden war.

[...]

Die Berichte zeigen auch eine verbreitete und fortwährende Infiltration von Protestcamps und Aktivistengruppen.

[...]

Agenten von TigerSwan kamen unter falschem Namen in die Camps und warben um das Vertrauen der Protestierenden, um an Informationen heranzukommen, die sie an TigerSwan weitergeben konnten.

Der Situationsbericht vom 5. November beschreibt die „Auswertung von Dokumenten, die man im Camp No 1 gefunden hatte“ Augenscheinlich waren sie nicht sehr ergiebig. Die größte Aufmerksamkeit erregten Exemplare der Zeitschrift Earth First. Diese Ausgaben befürworteten und beschrieben TTPs [tactics, techniques, and procedures] für Gewaltanwendung.

In einem Bericht vom 3. Oktober legt TigerSwan dar, wie die interne Dynamik innerhalb von Camps zu nutzen sei. „Die Auswertung von Konflikten zwischen Indigenen und Nicht-Indigenen und Stammeskonflikte zwischen friedlichen und gewaltbereiten Elementen hilft uns entscheidend bei unseren Bemühungen, dieser Bewegung ihre Legitimation abzusprechen“.

[...]
In den Dokumenten verwendet TigerSwan eine im höchsten Maße feindselige Sprache gegenüber den Wasserschützern. Durchweg beschreibt er die friedlichen Demonstranten mittels Worten des Militärischen und der Taktik, die eher für Terrorbekämpfung in einer Zone des bewaffneten Konflikts angemessen wäre. Mitunter nimmt diese Militärsprache auch parodistische Züge an, wenn die Agenten z. B. davon schreiben, dass die Camper „Lagervorräte beschriften“ oder sich über die „Kaliber“ von Paintball-Pellets unterhalten. Meistens jedoch beschreibt TigerSwan die Protestierenden als „Terroristen“, deren Aktionen als „Angriffe“ und das Camp als „Schlachtfeld“. Dadurch wird die Meinungsverschiedenheit unter den Demonstranten nicht nur kriminalisiert, sondern gleich als Bedrohung der nationalen Sicherheit gehandelt.
[...]

Besonderes Augenmerk legt TigerSwan auf Protestierende, deren Familien aus dem Nahen Osten stammen.

[...]

In einem Bericht vom 24. März, der die wahrscheinliche Wiederbelebung von Protesten als Sommereinsätze diskutiert, schreibt TigerSwan: „Ähnlich wie Afghanistan und Irak wird die“ Kämpfende Saison „bald mit den kommenden wärmeren Temperaturen beginnen.“

Anmerkung: Mittlerweile gibt es weitere Dokumente, doch sollten Sie bis hierher gelesen haben, werden Sie mit uns übereinstimmen, dass solche Maßnahmen, egal welcher Regierung oder um welches Unternehmen es sich handelt, nicht mehr hinnehmbar sind. Wir sehen ja an Frontex, zu was solche privaten Sicherheitseinheiten fähig sind: Entsetzlich! Bei Frontex-Einsätzen im Mittelmeer wird auf Flüchtlingsboote geschossen - SHOOT FIRST! Coast Guard Fired at Migrant Boats, European Border Agency Documents Show