Tausende haben zugesehen, als ein Luftakrobat bei einem Musikfestival in Madrid abstürzte. Die Besucher waren schockiert - doch die Show ging weiter.

© KIKO HUESCA/ EPA/ REX/ Shutterstock
Ein tragischer Unfall überschattet das prominent besetzte "Mad Cool Festival" in Marid. Während einer Vorführung zwischen zwei Bandauftritten ist ein Luftakrobat aus 28 Meter Höhe abgestürzt. Viele der 45.000 Zuschauer dachten zunächst, der Sturz gehöre zur Vorführung. Doch als sie erkannten, dass Hilfskräfte zur Unfallstelle rannten und versuchten, das Opfer wiederzubeleben, realisierten sie die schreckliche Wahrheit. Für den Akrobaten kam jede Hilfe zu spät.
Der Unfall ereignete sich gegen 22.45 Uhr zwischen zwei Bandauftritten, während aus Lautsprechern der Song "Purple Rain" von Prince dröhnte. Im Internet kursierten Videos, auf denen zu sehen ist, wie ein Artist in einer Art beleuchteter Kunststoffbox neben der Bühne in den Nachthimmel aufsteigt und dann aus großer Höhe unter Schreien der Zuschauer in die Tiefe stürzt.
Die US-Rockband Green Day zeigte sich nach ihrem Auftritt bestürzt. "Wir sind gerade von der Bühne gekommen und haben von den fürchterlichen Neuigkeiten erfahren. Ein sehr mutiger Künstler namens Pedro hat heute Nacht bei einem tragischen Unfall sein Leben verloren."
In den sozialen Netzwerken äußerten einige Besucher massive Kritik an der Band und der Festivalleitung,
weil das Musikspektakel nach dem Unfall weiterging. "In was für einer Scheißgesellschaft leben wir eigentlich, wenn ein Arbeiter stirbt, und die Leute einfach weiterfeiern, als wäre nichts gewesen", schrieb ein Mann auf Twitter. Auf Facebook beklagten Festivalbesucher, dass die Organisatoren nach dem Unglück keinerlei Erklärung auf der Bühne abgegeben hätten, obwohl die meisten Zuschauer den Akrobaten in die Tiefe fallen sahen. Dies sei ein "
Mangel an Moral und Respekt gegenüber einem menschlichen Wesen" gewesen, schrieb ein Spanier.
"Aus Sicherheitsgründen wurde entschieden, mit dem Festivalprogramm fortzufahren", erklärten die Veranstalter dazu. Am Samstag solle des Verunglückten auf dem Festival gedacht werden. Neben Green Day hatten sich zu dem Festival eine Vielzahl von bekannten Bands angekündigt, darunter die Foo Fighters, Manic Street Preachers, Kings of Leon und die Berliner Elektromusiker Moderat.
mik/dpa
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