In der Schweiz lässt sich in den letzten Jahren eine erschreckende Tendenz beobachten: Die Zahl der Wölfe auf der Alp steigt, jedes Jahr reißen sie immer mehr Schafe. Die Schweizer Schäfer haben ein sehr ungewöhnliches Mittel zum Schutz ihrer Herde gewählt, und zwar Lamas.

Zurzeit gibt es auf der Alp 30 bis 40 Wölfe, berichtet die Zeitschrift Greenpeace Magazin. Erst letztes Jahr haben sie mindestens 397 Schafe gerissen, die in den Sommermonaten auf der Alp weiden.

Zuerst hatten sich die Schäfer Herdenschutzhunde angeschafft, aber dann entstand ein Problem: Die Hunde empfanden auch Wanderer und Radfahrer als Bedrohung und bissen manchmal zu. 2012 erlebte Matthieu Müller, dem eine Schafherde gehört, wie ein Hund zubiss. In der gleichen Zeit fing die Schweiz an, Lamas im Herdenschutz zu testen - Müller sprang sofort an.

Das Lama, das Müllers Herde schützt, heißt Shakespeare. „Für Hunde und Menschen ist es ziemlich einschüchternd, wenn Shakespeare sie anstarrt“, sagt Schäferin Claudine Monard. So abschreckend soll er vor allem auf Wölfe wirken. Außerdem spucken Lamas und wiehern hysterisch - auch damit können sie Wölfen Angst einjagen.

Die Schäferin ist mit dem ungewöhnlichen Schützer sehr zufrieden. „Er schreit sofort, wenn mal ein Schäfchen fehlt. So macht er mich immer auf Probleme aufmerksam“, sagt Monard.

Rund 3000 Lamas gibt es heute in der Schweiz, inzwischen schützen 25 Betriebe ihre Herden mit diesen aus Südamerika stammenden Tieren. Die Lamas können allmählich anfangen, sich an ihr neues Amt zu gewöhnen: Schäfer aus Deutschland und Österreich wollen dieses Schweizer Knowhow anwenden.