In Lübeck soll ein Mann seine Mutter mit einem Messer tödlich, und seine Großmutter lebensgefährlich verletzt haben. Die genauen Ursachen und Umstände der Bluttat sind noch unklar.
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Das Amtsgericht Lübeck erließ gegen den 30-Jährigen Haftbefehl unter anderem wegen Totschlags, wie die Staatsanwaltschaft mitteilte. Der Mann steht im Verdacht, die beiden 51 und 78 Jahre alten Frauen am späten Freitagabend mit einem Messer angegriffen zu haben.

Vermutung einer psychischen Erkrankung durch Ärzte widerlegt

Auch die vorläufige Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus sei geprüft worden, sagte die Pressesprecherin der Lübecker Staatsanwaltschaft, Oberstaatsanwältin Ulla Hingst, am Sonntag. Allerdings habe der Amtsarzt bei der Begutachtung des Beschuldigten keine Anzeichen einer psychiatrischen Erkrankung festgestellt. Diese wäre Voraussetzung für eine Unterbringung.

Die Großmutter schwebte am Samstagabend noch in Lebensgefahr. Die Pressesprecherin der Staatsanwaltschaft hatte bis Sonntagmittag keine neuen Erkenntnisse über den Zustand der Frau. Auch das Motiv und die Hintergründe der Tat blieben weiterhin unklar. Der Beschuldigte habe angegeben, dass es zum Streit zwischen ihm und seiner Mutter gekommen sei. An die Tat selbst könne er sich jedoch nicht erinnern.

Die beiden Opfer wohnten den Angaben zufolge gemeinsam mit ihren Ehemännern in einem Haus, der 30-Jährige lebte nicht dort. Zum Zeitpunkt des Angriffs waren beide Ehemänner nicht zu Hause. Die Mutter des Tatverdächtigen starb noch am Tatort, die Großmutter wurde nach einer notärztlichen Behandlung in eine Lübecker Klinik gebracht. Der 30-Jährige wurde noch am Tatort festgenommen. Er trug den Angaben zufolge leichte Verletzungen davon.

Obduktion noch ausstehend

"Die Ermittlungen werden mit Hochdruck fortgeführt", sagte Hingst. Es stehen unter anderem weitere Auswertungen der gesicherten Spuren und die Erstellung eines rechtsmedizinischen Gutachtens an.

dpa/pdi