Als der Minenarbeiter Shawn Funk Anfang März 2011 die Dinosaurier-Abteilung des Royal Tyrrell Museums in der kanadischen Stadt Drumheller bestaunte, ahnte er noch nicht, dass er bald selber zu einem der spektakulärsten Stücke der Sammlung beitragen würde. Denn nur wenige Tage später entdeckte er einen Dinosaurier, der so gut erhalten geblieben ist, dass er wie eine Statue aussieht.
Dinosaurier
Wie The Atlantic schreibt, lag das komplett erhaltene Fossil bis zu seiner Entdeckung gut konserviert in der Millenium Mine der nordkanadischen Provinz Alberta, wo Ölsand (auch Teersand genannt) gefördert wird. Seitdem arbeitete der Paläonthologe Mark Mitchell vom Royal Tyrrell Museum of Palaeontology mit seinem Team über 7.000 Stunden daran, die Panzerechse aus dem Stein freizulegen, damit sie auch öffentlich ausgestellt werden kann. Für seine Mühen wurde er mit der Namenspatenschaft für Borealopelta markmitchelli gewürdigt.

Panzersaurier

Künstlerische Darstellung des Panzersauriers »Borealopelta markmitchelli«
Der Pflanzenfresser Borealopelta markmitchelli zählt zu den Nodosauriern und lebte während der mittleren Kreidezeit vor 110 Millionen Jahren. Seine Länge betrug 5,5 Meter, sein Gewicht 1,3 Tonnen und sein Rücken war mit unterschiedlich großen Knochenplatten bedeckt, während die seitlichen Körperpartien mit bis zu 50 Zentimeter lange Stacheln ausgestattet waren. Als besondere Eigenschaft gelten jedoch seine dunklere, rotbraune, Ober- sowie hellere Unterseite (eine sogenannte Konterschattierung), die man bereits von Haien und anderen Meeresbewohnern als Tarnung kennt. Damit konnte sich Borealopelta markmitchelli perfekt an die Umgebung anpassen und sich vor seinen Fressfeinden schützen. Als nächstes wollen die Wissenschaftler die versteinerten Darmbestandteile näher untersuchen, um mehr über die letzte Mahlzeit des Sauriers zu erfahren.

Seit Mai hat man die Möglichkeit, Borealopelta markmitchelli im Royal Tyrrell Museum of Palaeontology zu besichtigen.