Mediziner untersuchen die Auswirkungen von verschiedenen Kategorien von Videospielen
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Call oft Duty und Co: Wie gefährlich sind solche PC-Spiele?.
In einer neuen Untersuchung über Videospiele fanden die Forscher heraus, dass das sogenannte hippocampale System des Gehirns durch die Navigationsstrategie in Computerspielen beeinflusst wird. Je mehr graue Masse im Hippocampus vorhanden ist, desto gesünder ist unser Gehirn. Bestimmte Videospiele verringern allerdings diese wichtige Substanz.

Die Wissenschaftler der University of Montreal und der McGill University in Kanada stellten bei ihrer Untersuchung fest, dass bestimmte Videospiele die graue Masse des Hippocampus verringern können. Die Mediziner veröffentlichten die Ergebnisse ihrer Studie in der Fachzeitschrift Molecular Psychiatry.

Was ist der Hippocampus?

Der Hippocampus ist die Gehirnregion, welche mit dem räumlichen Lernen, der Navigation und dem Gedächtnis verbunden ist. Je mehr der Hippocampus erschöpft wird, desto mehr steigt die Wahrscheinlichkeit, Gehirnerkrankungen und verschiedene Krankheiten zu entwickeln, welche beispielsweise Depressionen, Schizophrenie, PTSD und Alzheimer umfassen, sagen die Experten.

Spielen von First-Person-Shootern führt zu Veränderungen im Gehirn

Die Forscher aus Kanada untersuchten bei ihrer Studie die Gehirne von Menschen, welche gerne sogenannte First-Person-Shooter spielen (beispielsweise Spiele wie Call of Duty oder Battlefield). Dabei konnten sie feststellen, dass die Gehirne dieser Spieler über weniger graue Masse verfügen. Diese Veränderung im Gehirn scheint tatsächlich durch das Spielen von Videospielen ausgelöst worden zu sein.

Strategien zur Navigation in Spielen können Hippocampus unterschiedlich beeinflussen

Die Mediziner untersuchten zunächst Unterschiede in der hippocampalen grauen Substanz von 33 Menschen, welche entweder gewohnheitsmäßig Action-Videospiele spielten oder dies niemals taten. Die Teilnehmer wurden dann über die Strategien befragt, die sie zur Navigation in den Spielen einsetzen. Die Experten entdeckten bei ihrer Untersuchung, dass gewohnheitsmäßige Action-Videospiel-Nutzer deutlich weniger graue Substanz in ihrem Hippocampus aufwiesen und häufiger sogenannte Reaktionsstrategien einsetzten.

Mediziner messen Hirngewebedichte bei Probanden

Bei zwei weiteren Studien mussten neue Gruppen von 43 und 21 Probanden insgesamt 90 Stunden ein Action-Videospiel ( beispielsweise Call of Duty oder Battlefield), ein 3D-Plattform-Spiel (wie Super Mario 64) oder einem Action-Rollenspiel (wie Dead Island) spielen. Alle Teilnehmer wurden mit der Hilfe der Magnetresonanztomographie (MRT) untersucht und ihre Hirngewebedichte wurde gemessen.

3D-Plattform-Spiele können sogar zu einer Zunahme der grauen Substanz führen

Die Teilnehmer verwendeten verschiedene Strategien zu Navigation in Spielen. Es gab räumlich lernende Personen und Menschen, welche aufgrund von Reaktionsstrategien navigierten. Die Forscher fanden heraus, das sogenannte First-Person-Shooter-Spiele die graue Substanz innerhalb des Hippocampus bei Spielern mit diesen Reaktionsstrategien noch stärker reduzierten. Nach dem Spielen gab es allerdings eine Zunahme der grauen Substanz der Teilnehmer, welche sich mit 3D-Plattform-Spielen befassten und Hippocampus-abhängige räumliche Strategien verwendeten.

Die Navigationsstrategie des Spielers bestimmt Vor- oder Nachteile für den Hippocampus

Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass Videospiele vorteilhaft oder nachteilig für das System des Hippocampus sein können, abhängig von der verwendeten Navigationsstrategie und dem Genre des Spiels, so das Fazit der Forscher.

(as)