Kommentar: Zum Glück reagiert die Polizei gelassen. Aber wo wurde dieses Magazin veröffentlich, woher stammen die Informationen? Als ein richtiges Magazin kann es nicht bezeichnet werden, da es fast nirgendwo erhältlich ist und auf der anderen Seite, warum wird es auf Englisch verfasst? Und wenn niemand die Meldung veröffentlichet hätte, hätte es auch niemand mitbekommen.
Dresden - "Die Frauenkirche Dresden - Ein beliebter Versammlungsort der Kreuzzügler, der darauf wartet, abgebrannt zu werden." So bezeichnet das Propaganda-Magazin "Rumiyah" des Islamischen Staats (IS) das Dresdner Wahrzeichen in seiner deutschen Juli-Ausgabe. Dazu werden Tipps zum Bau von Brandbomben gegeben. Die Polizei hatte davon schnell Kenntnis genommen - blieb aber gelassen.
An einem Freitag im Juli erfuhr die Polizei in Dresden von dem Magazin, wie Sprecher Thomas Geithner am Mittwoch einen Bericht der Bild bestätigte. "Wir haben für das darauf folgende Wochenende erst einmal Wachpolizei vor die Frauenkirche gestellt, sind aber schon in der nächsten Woche zu unserem seit langem gefahrenen Kurs zurückgekehrt."
Schon lange besteht in Dresden wie in ganz Deutschland abstrakte Terrorgefahr. Was hochdramatisch klingt, bedeutet aber nichts anderes, als dass ein Terroranschlag theoretisch möglich ist und nicht ausgeschlossen werden kann. Das Foto der Frauenkirche im IS-Magazin sieht die Dresdner Polizei nicht als konkreten Terroraufruf, sondern als Symbolbild an. Weder die Stiftung Frauenkirche noch das Landeskriminalamt Sachsen wollten sich zu der Thematik offiziell äußern.
Polizeisprecher Geithner hingegen schon: "Es bestehen keine konkreten Hinweise auf einen Terroranschlag in Dresden. Daran ändert auch das Frauenkirchen-Bild in dem 'Propagandablättchen' nichts. Trotzdem bewachen wir seit längerem im Rahmen des normalen Streifendienstes besondere Gebäude in unregelmäßigen Abständen."
Die Frauenkirche zählt dazu, genauso aber die Synagoge, Moscheen und Erstaufnahme-Einrichtungen für Asylsuchende. Der Zwinger, die Semperoper oder andere Wahrzeichen aber nicht. "Solange wir keine konkreten Hinweise auf einen Terroranschlag haben, bleiben wir beim Standard", sagte Geithner.
Standard, so kann auch die Stimmung am Mittwoch in und um die Frauenkirche beschrieben werden. Keine Spur von Polizei, genauso wenig von Angst - dafür aber von etlichen Passanten. Man hört französisch, englisch, japanisch - und ja, auch sächsisch. In der prallen Sonne strahlt das Dresdner Wahrzeichen, friedlich geht es auf dem Neumarkt zu. Dresden bleibt gelassen.




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